Donnerstag, 16. September 2021

 

                                                                                              


 


 

 









Wohl nicht ganz so poggers wie gedacht...













Keiner hatte nach dem Reboot gefragt, aber hier ist es nun!

 

 

Die Saints Row Reihe...



Irgendwann, vor einer Ewigkeit, da wollte man mal soetwas wie ein alternatives GTA sein, also habe ich mal wo gelesen und auch gehört, denn ich habe die erste beiden Teile nie gespielt. Ich bin überhaupt erst ab THE THIRD darauf aufmerksam geworden, habe es mir gekauft und hatte durchaus meinen Spaß damit. Vor allem auch deswegen, weil es irgendwie komplett anders war, als das doch sehr graue und ernste GTA IV. Ich konnte in SAINTS ROW THE THIRD all den gehirnverbrannten Bullshit machen, von dem man in Liberty City nur träumen konnte. Ja okay, der Humor bei THE THIRD war schon irgendwie so eine Sache für sich, sehr derbe, sehr pipikacka, sehr blöde, aber eben ein Teil des Gameplays. Die Spielwelt war durchgeknallt, die Autos sahen aus und fuhren sich wie aus dem Kaugummiautomaten, die Waffen mit ihren Funktionen waren zum Teil jenseits von allem, was ästhetisch überhaupt vertretbar war... Aber hey! Es hat Bock gemacht, es war politisch teilweise richtig schön inkorrekt und wirkte manchmal wie DRAWN TOGETHER – DAS VIDEOSPIEL. Ob man nun dieses Pimp-Gangster-Getue BZW diesen Style davon mochte, sei mal dahingestellt, aber da nicht wenige eben genau dies mochten und die Reihe bis heute damit identifizieren, war es zumindest ja damals, zu der Zeit irgendwie ein Volltreffer. Und von den Figuren braucht man an sich gar nicht erst zu reden, alleine Johnny Gat hat seine feste Fanbase, wie auch all die anderen Charaktere. Und auch, wenn man mit keinem dieser Typen jemals freiwillig auch nur im selben U-Bahnwaggon sitzen möchte (Wortlaut eines Youtubers), diese Figuren, sie sind allesamt dennoch verdammt cool, verdammt unkorrekt und einfach BADASS!!! (Ebenfalls Wortlaut eines Youtubers).


Als 2015 dann der bis dahin letzte Teil rauskam, war ich natürlich auch noch dabei, die Sache mit der „Computersimulation“ und den Superkräften, den noch viel abgedrehteren Waffen und und und... Machte zwar auch noch Bock, bis es dann aber doch irgendwie genug war und ich die Schnauze erst mal voll hatte.


Mit der Pleite von THQ und dessen Zerschlagung, gingen die Rechte dann an DEEP SILVER und die machten erst mal nicht mehr viel bis gar nichts mehr mit der Reihe. Okay, GAT OUT OF HELL kam noch raus, also genau der Titel, welcher von vielen bis heute immer noch als scheinbar der beste Teil gefeiert wird. Diesen habe ich dann jedoch schon nur noch am Rande mitbekommen. Etwas später wurde Teil 4 noch einmal für die damals neuen Konsolen aufgelegt und das war`s dann mit der Reihe.


Ach Moment! Da war ja noch dieses Remaster von Teil 3!.


Die SAINTS ROW REIHE hatte somit am Ende einen sehr eigenen Style, eine „Aura“ wenn man das so nennen will, welcher zum einen aus dem derben, bekloppten, kaputten Humor bestand, aber auch aus den Figuren, welche nicht wenigen Leuten ans Herz gewachsen waren. Problem für Entwickler und Publisher war dabei nur, man hatte die Story im Spiel so dermaßen ins Absurde, ins Wahnsinnige, ins Nicht-mehr-weiter-steigerbare entgleisen lassen, dass den Storyautoren schlicht nichts mehr dazu einfiel, wie man das ganze denn jetzt noch steigern könnte. Somit war ein weiterer Nachfolger natürlich ausgeschlossen, weil Überdosis an Beklopptheit und Wahnsinn.



Die Reihe hatte sich somit selber in die Luft gejagt und lange dachte niemand daran, in diesem gigantischen Krater etwas neues aufzubauen.

DANN ABER... Jetzt die große Überraschung!!! Denn DEEP SILVER und VOLITION hauen noch vor der GAMESCOM raus, dass EIN REBOOT der Serie bereits weit fortgeschritten ist und wir bald erstes Material zu sehen bekommen werden. Das sorgte erst einmal noch, vor allem das Bild mit dem zuschlagenden Muskelprotz für nicht wenige, gutgelaunte Gesichter. Auch bei mir, denn was wäre cooler, als mit aktueller Grafik, aktueller Rechenleistung und neuen Ideen, aber den alten Helden von damals wieder durch die virtuellen Straßen zu ziehen und mit bescheuerten Waffen, ohne irgendwelche Skrupel und dummen Humor für ordentlich Chaos zu sorgen? Somit war ich zu dem Zeitpunkt noch voll dabei, mir dieses Vergnügen am besten gleich nach Release gönnen zu wollen!


Tja...

 

UND DANN KAM DER TRAILER AUF DER GAMESCOM:

https://www.youtube.com/watch?v=O4K434339ts 



Und nicht wenige der Fans reagierten entweder so...



Oder so...



Oder so...


Und es hagelte Dislikes! Der CGI-Trailer, welcher noch gar keine Ingameszenen zeigte, kam alles andere als gut an bei den Leuten. Man lese nur mal die Kommentare unter den Videos. Auch wenn man aber ebenfalls zugeben muss, dass sich viele andere von den gezeigten Bildern entweder nicht abschrecken lassen wollten oder aber, weil sie bereits zur „Generation-Fortnite“ angehören, das ganze total Poggers fanden und es kaum erwarten können, den Titel in Händen zu halten. Ein gewisser Prozentsatz an Leuten, welche noch die alten Teile im Kopf haben und mehr oder weniger „hoffen“, dass: „Ach VOLITION, die bekommen das schon hin! Die alten Teile waren ja auch alle geil! Die versauen das schon nicht!“, war ebenfalls dabei.

Und dann geisterten hier und da auch noch ein paar Politicalcorrectness-Warriors umher, welche sich freuten, dass ENDLICH mal ein woker, moderner, multicolored, actual Openworld-Shooter auf den Markt kommt! Und jeder dem dieses Spiel nicht gefällt, ist wahrscheinlich einfach inzwischen ein alter, weißer, uncooler Mann, der Donald Trump mag, den Klimawandel leugnet, Armin Laschet wählt und nicht mehr up to date in der modernen Gesellschaftstimeline!!!


Sagt zumindest diese oberwoke Person hier:


 

Unter der Gruppe derer, die den LIKE-Button gedrückt haben, sind dann auch noch jene, nennen wir sie mal „anspruchslosen Wochenendgamer“, die das gezeigte bereits ganz nett fanden und es sich dann wohl kaufen werden, weil sie dann mal wieder ein Openworld-Actionspielchen zocken können, welches ihnen nicht viel Hingabe oder Konzentration abverlangt. Die gibt es ebenfalls und das ist ja auch okay, auf denen will ich trotz der fies klingenden Bezeichnung „Wochenendgamer“ gar nicht herumhacken. Könnte nämlich sein, dass ICH vielleicht nach Release und Ende der EPIC-Exklusivität selber zu dieser Gruppe gehöre... Dazu aber später mehr.

Ach ja! Und eine weitere, kleine, aber ebenfalls vorhandene Gruppe wollen wir in dieser Aufzählung auch noch nicht vergessen, die höchstwahrscheinlich auf LIKE geklickt hat: Nämlich jene, die mittlerweile entweder die Hoffnung bereits so gut wie komplett aufgegeben haben, dass noch in diesem Jahrtausend ein neues GTA kommt und jene, die deshalb so dermaßen an Entzugserscheinungen leiden, dass sie aus purer Verzweiflung bei Pro7 Livesendungen crashen und nach ihrer Entlassung aus der Nervenheilanstalt wenig später mit Schüttelfrost und Halluzinationen daheim auf dem Wohnzimmerteppich liegen und Trevor als Spinnenmonster an der Decke entlangkrabbeln sehen.


Ja, die gibt es auch.

Wenn man jedoch genauer wissen will, was der Großteil der Leute gegen die gezeigten Inhalte hat, sollte man einfach mal die Kommentare lesen, denn diese spiegeln erstaunlich klar wieder, was da design- und marketingtechnisch bislang komplett schiefläuft: Denn die sogenannten „Helden“ sehen aus, als kämen sie direkt aus FORTNITE und/oder aus WATCH DOGS 2. Ein Figurendesign, welches bei Spieleentwicklern nach wie vor hoch im Kurs steht, wie auch bei Marketingabteilungen, weil diese Leute nicht selten selber so drauf sind oder es immerhin zu sein glauben. Insofern haben sich auch bei VOLITION die Entwickler ein Stück weiter also selber abgebildet. Dumm nur, dass die Gaminggemeinde diesen Stereotyp mittlerweile nicht mehr sehen kann und auch nicht mehr sehen will, was allerdings noch nicht dort angekommen ist, wo Spiele mit solchen Figuren produziert werden.

Das gesamte Auftreten, das Characterdesign, einfach alles, wie auch der CGI-Trailer, sieht aus, wie der Werbefilm für eine neue Erweiterung für FORTNITE und so gut wie kaum etwas, erinnert an das gute, alte SAINTS ROW, das viele kennen und mögen. Ein Haufen Kunststudenten, die irgendwo zwischen WATCH DOGS 2, NEED FOR SPEED HEAT und ONRUSH stecken geblieben sind und bei vielen so gut ankommen wie Gratiszuckerwatte beim Zahnarzt oder Elektroautos bei Motorsportfans. Immer wieder die gleichen Aussagen in den Kommentaren, dass man sich wohl nun bei der Generation Fortnite einschleimen möchte, dass hier der misslungene Versuch in das völlig falsche Spiel Political Correctness reinzuquetschen. Hier und da, immer mal wieder Kommentare, dass man dieses Spiel zu „SAINTS WOKE“ umbenennen und es als „Cancel-Shooter“ vermarkten sollte. Nicht wenige waren von den Helden bereits bis aufs Blut angewidert, noch bevor überhaupt auch noch ein Schnipsel Gameplaymaterial zu sehen war.




Warum man kein Gameplaymaterial zu sehen bekam, wenn das Spiel angeblich schon in knapp einem halben Jahr auf den Markt soll und sich vermutlich bereits in der ersten Polishingphase befindet? Man kann es nur vermuten. Hat man sich selber so derartig verschätzt mit dem neuen Artstyle und den Figuren? Hat man es dann irgendwann bemerkt, lieber erst mal einen CGI-Film gebastelt, um, falls der Shitstorm allzugroß werden sollte, doch noch immerhin ohne viel vom Spiel zu zeigen, zurückziehen kann? Was bei dem ja bereits (noch) festen Datum jedoch schwierig werden sollte, noch großartig etwas zu ändern, das den Leuten sauer aufstößt. Es sei denn, mal entscheidet sich doch noch dazu, das Spiel um längere Zeit zu verschieben, wonach es aktuell aber jedoch nicht ausschaut.


Hat DEEP SILVER vielleicht also doch gemerkt, dass die Neuauflage nicht gut ankommen könnte und anstelle von Ingame- erstmal nur Werbematerial gezeigt, weil: WENN ES KOMPLETT IN DIE HOSE GEHT, DANN KÖNNEN WIR NOCH VERSCHIEBEN UND HOFFENTLICH NOCH SO VIEL WIE MÖGLICH ANPASSEN?

War man so in seiner Bubble aus Selbstüberzeugung gefangen, dass man gar nicht gemerkt hat, was man da eigentlich zusammenbastelt?

Interessant jedenfalls mit anzusehen, wie ein großer Publisher und ein großer, erfahrener Entwickler einfach mal binnen kürzester Zeit die Präsentation eines fast fertigen Spiels marketingtechnisch so richtig und mit Karacho vor die Wand fahren...


Naja obwohl „Mit Karacho“ ist jetzt auch ein bisschen übertrieben, es war eher so: „Mit viel zu viel Selbstbewusstsein aber ohne einen Plan was man da gerade eigentlich tut, bei Regen über den Nürnburgring brettern wollen“:




So kann man den bisherigen Verlauf der gesamten Vermarktungskampange wohl eher beschreiben.

Dass letzteres wohl voll in die Mitte trifft, belegten die oberhippen, überdrehten Entwickler bei VOLITION dann einfach mal in einem weiteren Werbefilm höchstpersönlich, der vor allem all die Befürchtungen der alten Fans und vieler, die mit dieser Art von Artstyle nichts anfangen können und wollen, vollkommen bestätigte. Inhaltlich besteht der „Trailer“, wenn man das Ding so nennen will, im Grunde genommen vor allem daraus, wie geil sich die Verantwortlichen selber finden, wie cool ihre Figuren sind und „poggers“ das Spiel am Ende werden wird:

https://www.youtube.com/watch?v=IRQP-KWYtDg 


Die Kommentare dazu kann man sich denken...


Halten wir also schon mal fest, die Marketingkampange hätte man sich theoretisch auch gleich ganz sparen, das Spiel an dem Tag, an dem es rauskommt offiziell ankündigen und dann einfach darauf hoffen können, dass es ausreichend Leute gibt, die einfach zugreifen und erst viel später merken, was sie sich da gerade für Vollpreis ins Haus geholt haben. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nene, alles nicht soooo schlimm wie ihr meint, weil die Entwickler haben gesagt dass...“


Interessanterweise, entgegengesetzt zu dem, was uns beide Trailer bisher über das Spiel erzählen wollen, nämlich vor allem, dass es scheinbar ausschließlich um die nervtötenden Heldenfiguren geht...

Loben alle, die bei einem ominösen Vorschauevent dabei waren, wie frei, wie toll, wie unterhaltsam die Spielwelt ist, wie viel Spaß sie hatten und wie sehr sie das Spiel NACH DER nicht so tollen PRÄSENTATION (In der auch wieder scheinbar überwiegend die doofen Figuren befeiert wurden) auf einmal von dem Spiel begeistert waren. Denn das Gameplay scheint durchweg okay zu sein, Open-World zu sein, jede Menge Abenteuer und vor allem Chaos und Zerstörung zu bieten. Dieses Argument „Ja, die Spielfiguren sind doof, uncool, bescheuert... ect“ wird am Ende immer mit einem ABER DER REST SIEHT RICHTIG GUT AUS UND MACHT SPAß neutralisiert.

Andere Gameszeitschriften, wie die GAMESWELT ignorieren einfach alles drumherum und feiern das Reboot jetzt schon, als gäbe es kein Morgen, ebenfalls ohne das Spiel selber bereits in Händen zu halten:

https://www.gameswelt.de/saints-row-2022/preview/das-reboot-geht-zurueck-zu-den-wurzeln-310010

 


YOUTUBE derweil empfielt einem, wenn man ausreichend Material zum Reboot geschaut hat, einfach mal Kram zu FORTNITE, weil: Wenn du das SAINTS ROW REBOOT MAGST, JA DANN WIRD DIR FORTNITE DOCH GENAUSO GEFALLEN! 0 zu 2 also für die Entwickler und dem Gamingjournalismus.


 

Einer der bei diesem Vorschau-Event dabei war und ebenfalls genauso redet, ist ER HIER:

SAINTS ROW REBOOT VERTEIDIGUNGSKOLUMNE

Unter anderem äußert er sich über das, was ihm von den Entwicklern stolz präsentiert wurde – Also die doofen Figuren so:

Zitat:

Da ich einen guten Pimmelwitz zu schätzen weiß und die Reihe daher immer mochte, saß ich durchaus gespannt vorm Bildschirm, als das digitale Enthüllungs-Event begann. Dieses wurde dann mit dem Gamescom-CGI-Trailer eröffnet und ich dachte mir: "Das kann doch nicht deren Ernst sein!" Gegen die überzogene Action darin hatte ich nix einzuwenden, aber diese Figuren!

Alle sind so super aufgedreht und hip und so meeeeeeegaaaaaaa cool, dass mir beim Anschauen ein bisschen Kotze hochkam. Kennt ihr diese Filme, in denen Veteranen Flashbacks von Vietnam haben? So ähnlich ging es mir. Nur, dass in meinem Kopf plötzlich die grauenhaften Charaktere aus Watch Dogs 2 aufblitzten. Auch hier wirkte es so, als seien die Figuren von einem Mittvierziger geschrieben worden, der dachte, so sei die Jugend, weil er mal auf einer Fahrt mit dem Mini-Van im Radio leise einen Beitrag zum Phänomen Fortnite hörte, während auf der Rücksitzbank die Gruppe Kinder rumkrakeelte, die er vom Fußballtraining abholte.“


Okay, seine Argumente für das Spiel sind sehr sehr dünn, weil es vor allem daraus besteht, dass „DIE ENTWICKLER IHM DINGE GESAGT HABEN“ und alles, was er versucht als Argumente für das Spiel zu verkaufen, eher so wirken, als wüsste er selber nicht genau, wie er das Spiel denn eigentlich verteidigen soll. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Entwickler und der Publisher allen, die bei dem Event dabei waren, mehr oder weniger einen Maulkorb verpasst haben, nicht zu viel oder am besten gar nicht an die Öffentlichkeit zu tragen. Also behaupten er und die anderen, aber vielleicht ist das auch nur eine Ausrede, um nicht zugeben zu müssen, dass sie ebenfalls noch nichts gesehen haben und eigentlich genausowenig wissen, wie wir Ottonormalverbraucher.

Teilweise widersprechen sich die Verteidigungsversuche des Redakteurs, fallen stellenweise wirklich sehr orientierungslos aus, denn auf der einen Seite, da beschimpft er die lächerlichen Spielfiguren, wie oben.


Dann meint er aber wiederum – Zitat:

Das liegt vor allem daran, dass man anschließend Gameplay und Cutscenes zeigte. Die Gang-Mitglieder reißen darin doofe Sprüche, ziehen sich gegenseitig auf, machen alberne Dinge und wirken ganz einfach wie eine Gruppe von Freunden. Sie kommen tatsächlich sympathisch und witzig rüber. „

Nur um im selben Satz zu sagen – Zitat:

Gut, mir fehlten ein paar unter der Gürtellinie angesiedelte Gags und die Bande sieht aus, als sei sie durch einen Second-Hand-Laden gefallen, der zwischen einem Fortnite-Fan-Club und einem Vape-Shop liegt, aber ich darf mir in Sachen Mode nun wirklich kein Urteil erlauben“.

Klatsch! Klatsch! Klatsch!....... Klatsch!

Gamesjournalismus meine Damen und Herren! Gamesjournalismus ist, wenn man selber nicht so genau weiß, was man eigentlich denkt oder sagen will oder soll oder muss oder überhaupt. Wenn Sie verstehen was ich meine, ich tue es nämlich nicht.

 

Auch super ist dieser Abschnitt aus dem Preview-Artikel von PCGames – Zitat:

Wird Saints Row nun ein gutes Spiel? Das können wir nach der Präsentation und dem Gespräch mit den Entwicklern natürlich noch nicht genau sagen. Es wirkt aber so, als seien sich die Leute bei Volition bewusst, was die Fans von einem Saints Row erwarten, und auch, welche Dinge man anpacken musste, um die Serie in die Moderne zu bringen

Link:

Saints Row Reboot angekündigt







"ALS SEIEN SICH DIE LEUTE BEI VOLITION BEWUSST, WAS DIE FANS VON EINEM SAINTS ROW ERWARTEN..."


"UM DIE SERIE IN DIE MODERNE ZU BRINGEN..."








Aktuelle Like – Dislikes unter dem offiziellen CGI-Trailer von IGN



Aktuelle Like – Dislikes unter dem offiziellen Trailer von SAINTS ROW



Und wenn man die Kommentare unter dem SAINTS ROW Trailer liest, naja:

Kommentare auf Youtube


Also wenn ich der PCGames-Heini wäre, ich würde ja noch mal nachgucken ob das so stimmt, was ich da schreibe...

Ich als Redakteur versuche also ein Spiel zu verteidigen, das von vielen gehasst wird, weil die Macher beim Marketing und beim Design des Spiels massive Schnitzer gemacht haben, ich war auf einem Pressevent, bin warum auch immer bekehrt worden, dieses schlechte Spiel dann doch zu mögen, schreibe einen Verteidigungsartikel für das Spiel, habe aber keinerlei Argumente, auch weil ich selber noch nicht Hand an das Gameplay legen durfte, habe nebenbei erwähnt auch noch ein Verbot auferlegt bekommen (angeblich), ja nicht zu viel zu verraten – UND DARAUS MACHE ICH NUN EINE KOLUMNE, MIT DER ICH DEN GANZEN HATERN INS GEWISSEN REDEN WILL.

Bei sowas, da weiß ich immer nicht, ob ich nun Mitleid haben oder ob es mich triggern soll, bis mir der Schaum vorm Mund bereits vom Kinn auf die Schuhe tropft.



Dass die Spielwelt aussieht, wie aus einem Disneyfilm gebe auch ich gerne zu, aber das muss ja, wenn der ganze Rest stimmt, nichts schlechtes sein. Es scheint bunt, mit interessantem Kram vollgestellt und insbesondere abwechslungsreich zu werden. 

 

 

Zwar ist auch mir bewusst, dass vor allem die ersten beiden Teile von Saints Row noch recht realistisch waren, zumindest was den Vergleich angeht, die neue Spielwelt aber viel weniger bekloppt ist, als das, was wir alle vor allem aus den beiden letzten Teilen kannten. Man hat somit also versucht, irgendwo in der Mitte zu landen, ob das Ergebnis am Ende auch tatsächlich voll und ganz überzeugt, kann aktuell natürlich noch niemand sagen, aber ich bin bei der Spielwelt an sich nicht komplett abgetan. 

 

Was solche Verteidigungsversuche von argumentativ-überforderten Gamesjournalisten jedoch angeht gegenüber den Entwicklern, denen anscheinend jeglicher guter Geschmack und vor allem Gefühl für das, was die Zielgruppe möchte (Wer auch immer die Zielgruppe sein soll) abhanden gekommen sind kommen leider jedoch, aber wen wundert das auch schon... Nicht sonderlich gut an. Zumindest nicht bei den Fans der alten Teile und auch nicht bei vielen anderen.


Und diese Grube, die haben sich die Verantwortlichen bei VOLITION und DEEP SILVER gekonnt selber gegraben.

Und weil sie es immer noch nicht begriffen haben, weil sie beleidigt sind, weil sie sich, selbstverschuldet in einem Gesinnungskrieg zwischen den Fronten buxiert haben, und dies vielleicht auch wollten, hauen sie nun einfach mal so richtig auf die Fresse:



Sie schießen aus allen Rohren zurück, oder zumindest aus dem, was sie für „Alle Rohre halten“, selbst wenn es argumentativ nur eine Regenrinne aus Plastik ist. (Geiler Vergleich oder?)


Dabei sagen selbst Youtuber, die bereits kritische Videos über das Reboot gemacht haben – Wie er hier:

https://www.youtube.com/watch?v=ln1f5woTd9k

...dass sie insgesamt gar nicht so sehr von der Idee, dem Artstyle und und und abgeneigt sind. Es sind nur die entscheidenden Details, welche sauer aufstoßen. Das Spiel wie auch sein Humor sind nicht mehr „Edgy“, ecken nicht mehr an, erinnern nicht mehr an GTA. Scheinbar sind die schlechten Wortspiele unterhalb der Gürtellinie verschwunden und wurden gegen „weichgespühlte“ Alternativen ausgetauscht. Getreu dem Motto und dies nehmen die Entwickler offenbar sehr ernst: „Die Zeiten haben sich geändert, die alten Spiele sind uns peinlich, das Reboot soll lustig sein, aber niemanden, wirklich niemanden emotional negativ beeinflussen oder gar verletzen.

Oder um es anders auszudrücken: WIR ENTSCHEIDEN WAS LUSTIG IST UND WAS NICHT! UND WIR FINDEN ZAHNLOSEN, WOKEN HUMOR DER KEINER IST VOLL LUSTIG! UND DAS HABT IHR GEFÄLLIGST AUCH!

Bei 4:45 nennt er zwei Beispiele, welche in der Tat darauf schließen lassen KÖNNTEN, dass die Entwickler sich für die alten Teile gewissermaßen schämen und das ganze einfach mal „entschärft“ haben, weil #metoo, weil Gleichberechtigung, weil Gendern, weil weil weil... WOKE IST COOL und wer dem nicht zustimmt, ja für den schämen sich die Macher.


Also findet hier doch eine „Verweichspühlung“, eine „Verwokenung“ statt?



Hmmm...

Mir wäre das wohl gar nicht aufgefallen, denn was kümmert es mich, ob irgendwelche Gebäude und fiktive Firmen jetzt SO oder SO heißen. Bei „JIM ROBS“ hätte ich wahrscheinlich viele Spielstunden später irgendwann gemerkt, dass sie hier ein sehr doofes Wortspiel fabriziert haben, hätte einmal laut „Löööl!“ gesagt und weitergespielt. Ob es der Spielwelt, dem Gameplay vor allem nun sonderlich Schaden bereitet, wenn bestimmte Namen, Marken oder Was-auch-immer nun humoristisch nicht mehr unter der Gürtellinie hängen, muss jeder selber wissen, mir wäre es wohl eher egal, weil es mir gar nicht aufgefallen wäre, schon weil meine letzten Saints Row Sessions sehr lange her sind.

Jedoch kann ich irgendwo auch Leute verstehen, für die dies ein wichtiger Bestandteil des Humors und der Grundstimmung ist. Ich kann im selben Zuge aber auch von mir zugeben, dass ich auf „FRECKLE BITCHES“ mit der strunzgeilen Alten als Maskottchen ebensogut verzichten kann, weil ich für meinen Geschmack dies nicht lustig, sondern einfach nur doof finde, jedoch genauso wie die neuen, woken Fortnite-Helden aus dem Reboot, die finde ich genauso schlimm. Nimmt sich also alles nicht viel.

Aber dass hier offenbar tatsächlich „gewoked“, „gecancelt“ wurde, mehr oder weniger, wobei ich „weichgewaschen“ besser finde als Begriff, scheint bei den Bildern in der Tat wahr zu sein und bestätigt zumindest jenen „Wokeness-Vorwurf“ gegen die Entwickler, welcher ja nur allzuoft unter den YT-Comments im Raum steht.


Volition sagt es vielleicht nicht explizit, aber scheinbar haben sie es dennoch getan – Hat der Redakteur von der PCGames also auch hier gepennt?




Zitat: „Volition sagt nichts von edgy oder sexismus“


Nein sie selber nicht wortwörtlich, aber wenn man Augen im Kopf hätte als Journalist, käme man schon weiter im Leben:




Hmmm... Also ist das neue Saints Row doch „woker“ und „sauberer“, als gedacht?



Da kann man ja froh sein, dass DEEP SILVER die alten Titel noch nicht restlos aus allen Stores entfernt hat, weil man sich so sehr für Johnny Gat und Co schämt. Wobei dort, in den alten Ablegern Männer, Frauen, Asiaten, Weiße, Afroamerikaner, Südamerikaner, einfach alles vertreten, bunt gemischt und ohne Erwähnung der Hautfarbe, der Sexualität oder Herkunft alle Figuren gleich skrupellose, bekloppte, irre Gangster waren und jedes Geschlecht, jede Ethnie, einfach jeder und jede irgendwann sein oder ihr Fett weg bekommen hat. Man hatte also bereits eine kunterbunte Truppe, aber dummerweise hatten diese Typen allesamt mehr als nur „Ecken und Kanten“ und genau das stößt den Machern jetzt sehr sauer auf.

Das was nun beim Reboot offenbar passiert ist der Versuch, einen übermodernen, sozial übervorsichtigen, menschenfreundlichen Open-World-Shooter zu machen, der aber immer noch GENAUSO SEIN SOLL WIE DIE ALTEN VORGÄNGERTEILE! Nur halt nicht genauso, sondern halt „anders genauso“, „In Watte gepackt genauso“.

Dass das nicht aufgeht, dass vor allem die Fans der alten Spiele sauer sind, kann man sich ja denken. Wäre vielleicht schlau gewesen, das Vorhaben eines Reboots an sich mit den Fans mehr oder weniger mal im Vorfeld zu „kommunizieren“, die passenden Schlüsse daraus zu ziehen und dann Story, Spielwelt und Figuren zu entwickeln.

Vor allem dann, wenn die Hauptvorwürfe, und einer davon ist neben dem „Wokeness-Thema“, dass das Spiel wie Watch Dogs 2 aussieht, so gut zutreffen:




Habe ich mal schnell selber gebastelt:


Dann sei jetzt aber mal in der Situation Gamesjournalist, der auf ein cooles Vorschauevent eingeladen wird, mit coolen Leuten, die alle von ihrem Spiel, ihrem Produkt überzeugt sind und anschließend nicht ausschließlich das, was er gesehen hat scheiße finden kann, selbst wenn dem so wäre. Wobei ich den Eindruck habe, dass nicht wenige Gamesjournalisten vor allem die schrecklichen Figuren gar nicht sooooooo schrecklich finden, weil sie ein Stück weit selber so sind, oder es immerhin glauben zu sein. Also genau wie die Entwickler und deren Marketingabteilung! Punktlandung in Sachen gemeinsame Sympathie! Und da hackt die eine Krähe der anderen ja kein Auge aus.

Zudem darf man es sich mit Entwicklerstudios und deren Publishern ja auch nicht vollends verderben, man ist als Gamesmagazin, als Journalist ja schließlich darauf angewiesen, dass die Macher und die Verkäufer der Spiele einen auch weiterhin auf Events einladen, Vorab-Testexemplare in die Redaktionsräume schicken und man als Magazin so selber durch- und mit den Spielen Geld verdient. Eine Hand wäscht die Andere, zwar reden wir hier nicht von Vetternwirtschaft oder Korruption...

Würde ich niemals tun...


 

 

Aber spätestens sei der GAMESTAR und „DEM CYBERPUNK-DEBAKEL“ dürfte klar sein, dass man irgendwelchen „Macht euch keine Sorgen Leute! So schlimm ist das nicht!“ und den artverwandten „Das wird richtig geil!!!!“-Bekundungen genauso kritisch gegenüberstehen sollte, wie Haterverrissen und Kommentaren mit Meinungen von Leuten, die nicht selten noch weniger Internwissen haben, wie gehypte Gamesjournalisten.

Was man aber machen sollte ist, sich so viele Meinungen aus allen Lagern wie möglich reinziehen und filtern, (Das passiert dann aber meistens schon von alleine), welche Argumente, Vorwürfe und Kritikpunkte bei Kontroversen wie in diesem Fall immer und immer wieder auftauchen. Denn daraus lässt sich vielleicht noch kein finales Fazit über das noch nicht einmal veröffentlichte Spiel ziehen, erzählt jedoch wie in diesem Fall viel darüber, was hier kommunikativ gerade massivst schiefläuft.

Und dazu kommen wir jetzt...









Das neue SAINTS ROW – Eine Marketingtragödie



Fangen wir mal mit einem positiven Beispiel an, WIE MAN ES MACHEN SOLLTE...


Die Macher vom Dead Space Remake sind da einfach großartig, um zu zeigen, wie man erstens mit den eigenen Fans kommuniziert und zweitens, wie man das Alte, was die Fans kennen, mit Respekt behandelt, aber dennoch viel neues einbaut, das was schon da ist verbessert und mit der eigenen Fanebase zu einer begeisterten Gruppe wird, die alle dasselbe wollen.

Und es ist so ein wunderbares Beispiel dafür, wie man die alten Fans, aber auch Typen wie mich, welche sich bisher nicht einmal ansatzweise für Dead Space interessiert haben, anlocken, anfüttern und begeistern kann:

https://www.youtube.com/watch?v=_VChNaQC_mw&t=1534s


Ja, wir reden hier von einem REMAKE und nicht von einem REBOOT – Jedoch kann man auch in einem Remake, wenn man doof ist, wenn man arrogant ist, wenn man unfähig ist, als Entwickler ziemlich viel falsch machen. Hat man in diesem Fall aber nicht, denn die Leute hinter dem DEAD SPACE REMAKE verfolgen einen anderen Plan, sie wollen die Fans quasi zu Tode umarmen und das möglichst beste Spielerlebnis erarbeiten.

 

Dabei ist vor allem dieser Absatz zu beachten:


 

Und VOLITION mit ihrem REBOOT stattdessen so:




Wenn du unser Produkt nicht magst, dann bist du halt scheiße! Fick dich ins Knie! Steck dir den Finger in den Popo! Spring vom Hochhaus! Aber vor allem FUCK OFF! HATERS GONNA HATE! Yo Yallahpoggersbroh!“.

Na dann mal viel Spaß bei dem Versuch, euer Produkt, welches ihr so vermarktet, an die Leute zu bringen.



Wo die Macher von DEAD SPACE in diesem Video beispielsweise stolz zeigen:

  

Guckt mal Leute hier!


Guckt mal Leute da!


Schaut euch mal das an!


Seht mal wie geil das jetzt aussieht!


Guckt mal was wir mit den Monstern gemacht haben!


Schaut mal was wir hier gerade basteln! Geil oder?!

 

Und ach ja übrigens! WIR HABEN DEN ORIGINAL-SYNCHRONSPRECHER WIEDER DABEI!


 



Hält man sich bei VOLITION und DEEP SILVER bisher mehr als bedeckt.


Dort schweigt man bislang über all die ach so tollen Dinge, die sie angeblich ja zu zeigen haben, verpassen Leuten welche sie auf Vorschauevents einladen (angeblich) einen Maulkorb und streiten sich mit Fans, die sich kritisch äußern.

Warum gibt es keinen Trailer oder immerhin richtigen Teaser, welcher uns all die tollen Kram zeigt, welche man in der Spielwelt machen kann? Warum wird uns nicht gezeigt, wie man sein Gangsterimperium aufbauen kann und warum das Laune macht? Warum kein Wort zu den Autos, dass und wie man sie tunen kann? Und welche Gefährte es sonst noch gibt? Welche Waffen man hat? Minutenlange Aufnahmen der Kämpfe gegen die Gegner? Was diese Open-World so großartig macht, dass ich Stunden um Stunden darin verbringen will?

Warum bekommen wir einen dummen Trailer, der nichts zeigt, außer den waschlappigen Spielfiguren und danach einen Werbefilm darüber, wie toll die Entwickler sich selber und ihr Spiel finden, aber die meiste Zeit nur sie selber zu sehen sind, anstelle des Spiels, ihres Produktes, das sie uns ja verkaufen wollen, von dem sie uns überzeugen wollen?!

 

Warum dreht man einen C&A-Werbespot... Echt und als CGI?



Anstatt das Spiel und was es zu bieten hat zu zeigen, mich als potentiellen Konsumenten anzufixen?!.

Ja ich weiß, vielleicht wollen die noch nicht alles zeigen... blablabla... Sie müssen auch nicht ALLES zeigen, aber wenn ich ein Openworld-Spiel mache, dessen Hauptargument vor allem die Openworld ist, wie auch all das, was man darin machen können wird, dann sollte man genau das auch zeigen. Denn als Beispiel würde ja auch kein Autohersteller auf die Idee kommen, die Neuauflage eines alten, beliebten Models in gleich zwei Werbefilmen damit zu bewerben, was für coole Typen die Designer sind und ausschließlich junge, überhippe Menschen präsentieren, die als die neue Zielgruppe angedacht sind, aber so gut wie nichts vom Auto. Nur um sich dann darüber zu empören, dass sie dafür von den Fans der alten Modelle kritisiert werden.

Der alte Satz „You are what you eat“, kann marketingtechnisch so übertragen werden: „Dein Produkt ist, wie du es bewirbst“. Und die Marketingabteilung von SAINTS ROW ist bislang doch sehr damit beschäftigt, das anzupreisende Produkt so tief und vom Start an gnadenlos in den Boden zu rammen, wie es nur irgendwie geht.

Denn wenn man sich selbst die hitzigen Diskussionen unterhalb von Youtubevideos anschaut, welche das Reboot von Saints Row loben und zu hypen versuchen, merkt man schnell, dass dort trotz der vielen Likes, nicht wenige ganz und gar nicht begeistert sind.

Doch Kritik haben die Macher gar nicht gerne, sie beharren auf ihrem Standpunkt, nehmen aber Lobpreisungen, wenn sie denn mal kommen und falls diese nicht sogar größtenteils von Leuten aus dem Marketingteam kommen, natürlich dankend an: Und es ist auch gar nichts schlimm daran, dass man Leuten, die gehyped sind gut zuredet...




Aber der Umgang mit allen, die nicht so überzeugt, unzufrieden oder gar verärgert sind, macht hier ein großes Problem aus und lässt durchaus ein gewisses „Licht“ auf die Entwickler und ihre passiv-aggressive Überheblichkeit fallen.


Wir brechen mit den alten Spielen und vollziehen EIN REBOOT WIE KEIN ANDERES JEMALS ZUVOR! - Und das was hier gerade passiert, ist alles nur eine SCHOCK-REAKTION!“ 

Großkotziger und gleichzeitig hochnäsiger kann man eigentlich schon gar nicht mehr argumentieren.

Suggeriert so viel wie: „WIR SIND GEIL! WIR HABEN RECHT! WIR SIND SO MODERN UND COOL, DASS IHR BLOß NICHT DAMIT KLARKOMMT!“


Dass auf Youtube immer mehr Videos eintrudeln, welche sich damit beschäftigen, wie dieser Grabenkampf zwischen den Machern und den Fans verläuft, ist da ja nur noch reine Formsache:


Ja okay liebe Entwickler bei VOLITION, dann macht mal... Scheint ja bombe zu funktionieren.


Also MIR IST DAS ALLES ALLERDINGS vorerst KOMPLETT EGAL – Ich fühle mich von allendem sehr gut unterhalten, das ja...

Denn ich habe schon Spiele mit weit schlimmeren Figuren und dümmerer Story und grausigerem Design durchgezockt und hatte dennoch Spaß, wenn denn der Rest vom Spiel gepasst hat oder über die beschissenen Elemente hinweggetragen hat. Wobei ich auch schon Spiele abgebrochen habe, weil sie komplett oder bestimmte, tragende Elemente so mies waren, dass ich es einfach irgendwann nicht mehr ausgehalten habe...

Nur ist es halt aktuell wirklich sehr tragisch zu sehen, wie die Macher vom SAINTS ROW REBOOT sich gerade selber, selbstverschuldet und selbstverliebt, mit wachsender Überforderung in einen Meinungskrieg hineinsteuern, welcher am Ende vor allen Dingen ihnen selber schaden wird, weil die Verkäufe darunter leiden werden und sie schlimmstenfalls von DEEP SILVER geschlossen werden, das Spiel scheitert und damit auch die Marke „SAINTS ROW“.

Somit die Einstellung – HATERS GONNA HATE – Mit die dümmste Art des Marketings, mit all der Kritik, all den Sorgen und Befürchtungen der Fans umzugehen. Anstatt nun in die Vollen zu gehen und diesen Leuten zu zeigen, was das eigene Spiel alles außerhalb der doofen Figuren zu bieten hat, führt man lieber Grabenkämpfe, sagt zwar immer wieder, dass man sehr viel zu bieten hat, zeigt dann aber nichts...

Wo die Macher vom DEAD SPACE REMAKE derweil gefühlt nicht mal ohne Vorab-Kommunikation mit den Fans aufs Klo gehen, Bethesda in seinem „Remaster“ Mammutwerk für Skyrim Faninhalte und Mods mit eingebaut haben und CD PROJECT RED Modder aus der eigenen Community bei sich angestellt hat. Spucken die Macher vom SAINTS FAIL REBOOT einfach mal auf ihre eigene Fanbase, welche sie zuvor höchstpersönlich überhaupt erst verärgert haben.

Frühzeitige Kommunikation hätte all das, was hier gerade passiert massivst abfedern, sogar verhindern können.

Denn alleine die Ausrede „Die alte Saints Row Geschichte ist auserzählt“, halte ich ja für seeehhhhr fehlgegriffen.



Denn nur rein theoretisch hätte man ja auch storytechnisch einfach mal folgendes machen können:

Wir wissen ja, in Teil 4 haben Aliens die Erde angegriffen und am Ende, da ist die Erde zerstört. Na so ein Pech aber auch! Was hätte denn dagegengesprochen, dass die Saints es irgendwie geschafft hätten, sich ein Art, was weiß ich... ZEITREISE-DIMENSIONSTOR oder so zu bauen, mit dem sie in fremde Realitäten hätten flüchten können.

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Long Story short: Als sie dieses DIMENSIONS-TOR-DINGENSVIECH fertig haben und es gerade in Betrieb nehmen, da kommen die Aliens noch einmal wieder oder beim ersten Test geht etwas schief und die alten Helden landen in jener Welt, in der also nun das Reboot spielt. Dummerweise können sie aber nicht zurück, weil... keine Ahnung... Sie beim Durchlaufen des DIMENSIONS-TOR-DINGENSBUMMENS die Fernbedienung im Versteck auf dem Tisch daneben vergessen oder die Aliens die Erfindung zerstört haben und das Tor sich restlos hinter ihnen schließt (Ein bisschen wie bei JACK 2 damals, wo die Sache mit dem Zeit-Dimensionsreisen ja auch gewaltig daneben geht). Klingt dumm, ist es auch und würde doch super in die Story passen oder?!

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Ab da könnte man dann tonnenweise Witze, Scherze, Klaumauk und Unsinn damit veranstalten, was die Saints in all der Zeit verpasst haben, von Elektroautos, Klimawandel-Klimaschutz, Plastiktütenverbot, Wokeness, Rechtspopulismus, Verschwörungsglauben, modernem Socialmedia und und und! Quasi ein Cultureclash durch Zeit-Dimensionsreisen. Man könnte tonnenweise Witze, Scherze, dummen Unfug darüber einbauen, wie sehr die alten „Pimp-Gangster-Saints“ heute dann irgendwie doch aus der Zeit gefallen sind oder es immerhin wirken und sich nun in ihrer neuen Welt, welche ja nicht die ihre ist, erneut von Null auf behaupten müssen.

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Spielerisch hätte man ganz einfach sagen können: Die Saints sitzen in dieser für sie fremden Welt fest, keiner kennt sie, niemand weiß überhaupt, was „DIE SAINTS“ sein sollen. Unsere Helden stehen also mit Nichts da und müssen ganz von vorne anfangen...

So hätte man dann auch ein modernisiertes, aber all den Fans altbekanntes REBOOT machen, viele der aktuellen Probleme einfach umgehen oder gleich ganz eliminieren und der Serie ihr altes, aber runderneuertes Gesicht geben können.

 

Und damit bin ich nicht mal alleine:

Stattdessen jedoch, haben sich Entwickler und Publisher heillos in ihrem eigenen Heckenlabyrinth aus Selbstverliebtheit, schlechtem Marketing, moderner aber falsch angesetzter Wokeness und offenbar sehr vielen dummen Designentscheidungen verlaufen. Man selber aber hat davon offenbar nichts gemerkt, sondern war so sehr von der eigenen Arbeit, der eigenen Agenda überzeugt, dass man sich voll und ganz auf dem richtigen Weg sah und auch weiterhin sieht.


Und das könnte eventuell andere Gründe haben, als man sich vielleicht denken könnte.







Wir sind auf EPIC, also scheiß drauf!


Könnte es nicht auch einfach sein, dass den Entwicklern eh alles egal ist, wie auch DEEP SILVER, weil es ihnen eventuell vollkommen egal sein kann?




Denn wie man ja bereits vermutet hat, wie man sich ja denken konnte, wird das Spiel NATÜTLICH EPIC EXCLUSIVE sein, ein Jahr garantiert. Nur für den PC und nur über EPIC, keine Konsolen.

Der Clou dabei ist, dass diese Exklusivität, diese massive Eingegrenztheit natürlich für die Entwickler und den Publisher erst mal sehr kontraproduktiv ist, weil sie nicht auf STEAM und anderen Plattformen verkaufen, sondern auf einen einzigen Anbieter festgelegt sind. Doch EPIC zahlt gut und EPIC zahlt viel, um Titel auf Lager zu haben, die alle anderen nicht haben und rein theoretisch, zumindest wenn der Youtuber „Disparu“ Recht hat, dann hat sich eben dieser Deal bereits ausgezahlt.

Hier sein Video:

https://www.youtube.com/watch?v=8ltdKYxg-Sc

 

Er führt seine Argumentation wie folgt:

EPIC hat ein großes, wirtschaftliches Interesse daran, exklusive Spiele einzig uns allein nur bei sich anzubieten, welche man bei keinem anderen Anbieter, in keinem anderen Shop findet, denn so setzen sie sich von der Konkurrenz ab. Damit die Entwickler und Publisher jedoch mitmachen, ist EPIC bereit ihnen eine nicht gerade geringe Summe dafür zu zahlen, ihr fertiges Produkt ausschließlich bei ihnen zu veröffentlichen.

DIE ENTWICKLER UND DER PUBLISHER HABEN IHR GELD ALSO MEHR ODER WENIGER SCHON GEMACHT!

Sagt Disparu zusammengefasst – Bei 07:00 Minuten.


Sagt nebenbei auch Wikipedia:

 

Sie sind finanziell also zumindest so weit aus dem Gröbsten heraus, dass sie sich nicht mehr davor fürchten müssen, dass das Spiel komplett floppt und sie mit einem großen, finanziellen Schaden dastehen. Selbst wenn das Spiel nach einem Jahr EPIC-EXCLUSIVITÄT dann auf den freien Markt kommt und sich nicht verkauft, hat höchstens EPIC den Schaden, nicht aber die Macher und ihr Geldgeber.

Denn denken wir mal kurz nach: Welcher Entwickler, welcher Publisher ist denn bitte so blöd, für werweiß wie viel Geld ein Spiel zu entwickeln, nur um es dann bei ausschließlich einem Anbieter, in diesem Fall also EPIC anzubieten, nicht mal auf Konsolen, ohne das Wissen zu haben, dass es sich monetär bereits bestens auszahlt?

Denn die Zeit nach Release ist eben jener Zeitraum, in dem die meistens Leute zugreifen werden, das erste Jahr und die Verkaufszahlen, welche generiert werden, entscheiden über Gewinn oder Verlustgeschäft. Manchmal sogar schon die ersten Monate.

Und was gäbe es da schöneres, als wenn du dein Produkt bei einem Anbieter EXKLUSIV und nur EXKLUSIV BEI DIESEM ANBIETER gegen ein hübsches Sümmchen bereits losgeworden bist, noch BEVOR die Gamingfachpresse, die Fans oder sonstwer Hand an das Gameplay anlegen konnte?.

Was erklären würde und auch dieses Argument finde ich in diesem Zusammenhang sehr naheliegend, dass es den Machern somit komplett scheißegal sein kann, was die vielen ehemaligen Fans von ihrem Reboot halten. Sie haben ihr Geld ja bereits zu einem großen Teil verdient, eine finanzielle Katastrophe müssen sich immerhin schon mal nicht mehr erwarten, als können sie auf die verärgerten Fans natürlich mit wachsender Begeisterung spucken und lustig ihre „HATERS GONNA HATE“ Gifs posten.


Wo bei BATTLEFIELD V damals der gepushte Satz „WENN`S DIR NICHT GEFÄLLT DANN KAUF ES NICHT!“ für viel Ärger und unschöne Verkaufszahlen zum Start sorgte...

 


 können VOLITION sich, rein nach der Logik des Youtubers nun also tatsächlich zurücklehnen und lustig ihre Fans beschimpfen. Bei EPIC derweil ist den Verantwortlichen nur wichtig, dass sie wieder einmal einen Titel exklusiv anbieten können, den alle anderen nicht haben. Die Leute werden also schon kommen, die Leute werden schon blechen.

Frei nach dieser Logik, diesem „Vorwurf“, nennen wir das mal so... Waren die Entwickler bei VOLITION also schon deshalb in der Lage, das Reboot so komplett an den Fans vorbei zu entwickeln und ihre schiefen, politischen Agendaoptionen durchzuprügeln, weil sie es halt konnten, es kann ihnen egal sein, was die potentiellen Kunden denken, der große Deal ist bereits unter Dach und Fach. Denn wenn der Titel dann irgendwann aus EPIC raus ist, auf den Konsolen und so weiter kommt, dann werden es immer noch halbwegs ausreichend Leute kaufen, was somit ebenfalls weiteren Gewinn in die Kassen spühlt.

Rein theoretisch, nach dieser These, welche durchaus, vor allem in dem rotzigen und frechen Verhalten der Entwickler auf Twitter und dem grausigen Design der Figuren usw... Seine nachvollziehbaren „Verdachtsmomente“ hat, sind die einzigen, welche bei dieser Geschichte noch in die Röhre gucken also eventuell EPIC, denen das aber sowieso scheißegal sein kann, weil sie eventuelle Verluste einfach als "Marketingkosten" abheften und fertig.

Ich für meinen Teil freue mich einfach mal darauf, was bei dieser Geschichte, bei diesem Drama noch so alles passieren wird, denn bis jetzt, bin ich vor allem was die unerwarteten Polottwists, aber auch die erwartbaren Plottwists angeht, einfach nur bestens unterhalten worden.


Ich geb`s ja zu...


Vielleicht HÄTTE man die SAINTS ROW Reihe auch einfach auserzählt auf dem Friedhof der Videospiele liegen lassen, vielleicht in ein paar Jahren eine halbwegs gut optimierte Remaster-Collection oder irgendwie sowas rausbringen können/sollen und es wäre gut gewesen.

Hier, beim Reboot hat ein Haufen Leute, denen ihre eigenen politischen Ansichten viel wichtiger waren, denen es vor allem wichtiger war, den Fans diese mit Gewalt aufzudrücken, ein Spiel zusammengeschraubt, welches mit dem, was die Fans kennen, nichts mehr zu tun hat. Aber sie haben ja bereits einen passenden Geldgeber gefunden, welcher egal ob Gewinn oder Verlust, das ganze vor allem als Werbung à la „BEI UNS GIBT ES DAS, BEI ALLEN ANDEREN NICHT“ für die eigene Kundengewinnung nutzen können und werden. Und um Hauptkonkurrenten STEAM eins auszuwischen.

Ich bin also einfach mal gespannt, was da noch so alles kommen wird und freue mich einfach schon mal auf 2023, wenn „SAINTS WOKE“ dann für nen Zwanziger irgendwo in der Grabbelecke herumfliegt.

Denn ICH habe dann weder EPIC mein Geld in den Arsch geschoben, noch viel davon VOLITION und DEEP SILVER geopfert, sondern so oder so ein nettes Schnäppchen gemacht, vor allem werde ich bis dahin so ziemlich alles über das Spiel wissen, vom Gameplay, über die Open-World, über die Bugs und und und...

 

 

Für die wahren Fans tut es mir natürlich dennoch leid.


Jedoch habt ihr wahren SAINTS ROW FANS da draußen etwas, das euch diese schleimtriefenden Woke-Entwickler nicht mehr wegnehmen können: Vier... Nein FÜNF SAINTS ROWS, die ihr alle einfach noch mal am besten nacheinander stattdessen durchsuchten könnt.

Danach wird euch die ganze Soße dann garantiert zu den Ohren heraushängen, aber ihr habt die ganzen alten Jungs und Mädels von früher noch mal getroffen, vielleicht das ein oder andere, neue alte Detail entdeckt und wenn das SAINTS DOOF REBOOT dann irgendwann für nen Zehner vor euren Füßen liegt...

Dann nehmt die physische Version, denn mit der CD kann man, wenn einem das Spiel so gar nicht gefällt dann im Winter immer noch die Scheiben vom Auto freikratzen oder wenn ihr kein Auto habt, dann eben das angebrannte Fett vom Küchenherd.

Und das filmt ihr dann, macht daraus eine lustige GIF, schreibt in großen, weißen GROßBUCHSTABEN „HATERS GONNA HATE“ hinein und schickt es den Entwicklern oder postet es auf ihrem Twitterkanal.





Ich habe fertig :P