Sonntag, 17. Oktober 2021


 


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Cayman liest> Heinz Strunk> "Es ist immer so schön mit dir"> Roman> Gesellschafts-/Beziehungssatire

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Erster Akt mit Datingapp


 

Der Kameramann sitzt einfach nur da und starrt zufrieden ins Leere...

Das macht er immer Sonntags zwischen 19 und 20 Uhr...

Heute aber, da betritt auf einmal Cayman den Raum, er hält sein abgegrabbeltes Smartphone wie eine Heiligenstatue in den Händen: „Okay, ich habe mir eine dieser Datingapps von einem dieser großen Anbieter heruntergeladen...“.

Der Kameramann scherzt: „Und daraufhin hat man dich direkt an den besten Datingbot, den sie hatten weitergeleitet, weil absolut nur Vollidioten Geld dafür bezahlen, auf diesen ganzen Portalen herumzuhängen!“.

Cayman aber erwidert: „Neinnein, sie haben ihr Partnerfindungssystem überarbeitet! Also haben sie gesagt... Mit einer neuartigen „Partnerscannfunktion“, mit der man in China früher die Bevölkerung überwacht hat! Aber mittlerweile hat man da bessere Programme und somit war dieses hier im Angebot und wirklich jeder und jede, der oder die diese App haben, sind nun im System! Jetzt geht das alles sogar noch besser und vor allem effektiver mit der Partnerfindung... Also sagt die Datingseite! Allerdings ist das ganze noch in der sehr frühen Pre-Beta!“.

Der Kameramann lächelt müde: „So, so... Und wie exakt und vor allem treffsicher ist dieses neue System?“.

Cayman schaltet die App ein und meint: „Es funktioniert wie folgt... Die App scannt über die Kamera die Umgebung und alle Personen ab, welche sich in Scannweite befinden, sucht dann alles was sie finden kann, in Socialmedia und und und über die erfassten Personen heraus, gleicht alles mit meinem Profil ab und sucht dann die aktuell passendsten Leute heraus, die zum jeweiligen Kunden, also mir passen würden!“.

Der Kameramann schaut entgeistert: „Die Chinesen sind echt krank!“.

Cayman erwidert: „Keinen Rassismus bitte! Jede Kultur hat ihre... Ähm... Eigenheiten?! Egal! Es geht’s ums Prinzip!“.

Cayman hält das Smartphone in die Luft: „Aaaalsoooo... Das Programm wird nun alle Personen erfassen, die hier im Raum sind und diese abgleichen, um herauszufinden, ob diese als eventueller Partner zutreffen!“.

Nach wenigen Augenblicken sagt die App mit einer sehr emotionslosen Frauenstimme: „Der individuelle Abgleich kann nun von Ihnen gestartet werden“.

Cayman hält das Phone näher an den Kameramann, daraufhin sagt die App: „Kalt! Kalt! Kalt! Kalt!...“.

Dann hält Cayman es weiter weg, die App sagt: „Nicht mehr ganz so kalt, nicht mehr ganz so kalt!...“

Danach hält er es wieder näher an den Kameramann, die Appe sagt: „Kalt! Kalt! Kalt! Kalt!...“

Daraufhin hält Cayman sein Phone testweise an die große Zimmerpflanze im Raum und das Smartphone sagt: „Heiß! Heiß! Heiß! Heiß...!“

Der Kameramann dreht sich zu Cayman und schüttelt mit dem Kopf: „Watt iss datt denn für eine Scheiße?! Hocken in chinesischen Staatsgefängnissen nur Zimmerpflanzen als Staatsverräter oder was iss bei dieser App kaputt?! Na das Ausfindigmachen von Staatsfeinden muss früher ja echt richtig bervtötende Arbeit gewesen sein! Sicher, dass der Anbieter den Datingverein nicht über den Tisch gezogen hat?“.

Cayman argumentiert: „Naja, also erstens... Es ist noch in der Pre-Beta wie gesagt und zweitens... Was hast du dagegen, dass man es in seiner Gefängniszelle ein bisschen wohnlicher hat? Zimmerpflanzen sind gut für das Raumklima! Und außerdem ist die Bevölkerung in China großteils mittlerweile so nationalistisch-besessen, jeder misstraut jedem! Da kannste auch schon mal deine Zimmerpflanze verdächtigen, antinationale Propaganda zu verbreiten! Pflanzen sind grün, die Farbe der Partei ist rot... Das KANN einen schon mal misstrauisch machen oder nicht?“.

Der Kameramann lehnt sich nach vorne: „Gaaaannnnzzz dünnes Eis gerade! Wenn wir so weitermachen, dann sind wir bald noch unlustiger als dieser Mark-Uwe Schlagmichtot und sein verlaustes Känguru! Pass da mal lieber auf mein Freund!“.


[Anmerkung: Der Autor ist sich bewusst, wie scheiße diese Szene ist, hat aber leider so GAR KEINE LUST, sich etwas anderes auszudenken.]


Daraufhin schaut Cayman sich erschrocken um, blickt dann nervös in die Kamera und fragt: „Also das... DAS wollen wir nun wirklich nicht! Dann mache ICH jetzt mal ab besten mit der Buchkritik weiter!“.

Der Kameramann zieht ein verkniffenes Gesicht und nickt: „Ich glaube auch... Iss besser so!“

 

 

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Cayman liest

 

Heinz Strunk

 

"Es ist immer so schön mit dir"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Szenen einer desolaten Beziehung“



















Stellt keinen Anspruch und gibt seichte Beziehungssatire zurück



Heinz Strunk hat also wieder ein Buch geschrieben. Seine Werke sind ja, je nach dem mit was und vor allem wie er sich mit ihnen beschäftigt mal extrem genial, mal so „Okay, kann man lesen“ und mal eher weniger gut. Von „Schwankender Qualität“ spricht man in diesem Falle. Bei seinem neusten Roman „Es ist immer so schön mit dir“, greift er mal wieder ein Lieblingsthema auf: Männer und Frauen und warum das meistens nicht funktioniert, zumindest dann nicht, wenn beide eigentlich gar nicht zueinanderpassen, es aber dennoch mit aller Gewalt wollen. Und wie eigtnlich immer, als Hintergrundrauschen die Thematik, dass das Leben an sich ja nur allzuoft eine einzige Hölle ist, bewohnt von windschiefen, kaputten, freakigen Charakteren, welche man eigentlich meistens nur noch in der Mülltonne entsorgen kann* (Oder bei RTL). (*Fragt sich jedoch nur, ob Bio, Schwarz oder gleich am Straßenrand abstellen und hoffen, dass der Entrümpelungsdienst der Stadt das Problem schon lösen wird).


So weit so „Strunk-Üblich“ und so fies.


DENN IM GRUNDE GENOMMEN... Ist „Es ist immer so schön mit dir“ eine 50/50-Mischung aus seinen Vorgängerbüchern „Das Teemännchen“ und „Jürgen“. In „Das Teemännchen“, da finden wir diesen „Menschlichen Gesellschaftshorror“ wieder, in welchem in vielen kleinen, mal düsteren, mal fiesen, mal bedrückenden und mal einfach nur wahnwitzigen Kurzgeschichten Charaktere gezeichnet werden, welche einfach nur im wahrsten Sinne des Wortes „Kaputt“ sind oder auf dem besten Wege sind, dies zu werden. In „Jürgen“ dürfen wir einen Loosertypen irgendwo in den Mittevierzigern erleben, welcher mit dauerhafter Unfähigkeit versucht, sich endlich eine adäquate Frau an seine Seite zu flirten.

Und jetzt, in diesem neuen Roman, da haben wir also beides. Jürgen und das Teemännchen. „Gesellschaftshorror mit kaputten Charakteren“ und „Einen Loosertypen, der beziehungstechnisch alles falsch macht, was man falsch machen kann“.

 

Klingt erst einmal nach einer spannenden Mischung und an sich sollte der Autor ja auch ausreichend Erfahrung gesammelt haben, um das ganze mehr als interessant und vor allem spannend zu erzählen...

Aber doch leider, da brennt zwar die gesamte Zeit die erzählerische Lunte, sie zischt sehr sehr laut und sie produziert auch wirklich sehr viel Rauch... Und dies macht auch Laune und unterhält!

Jedoch wartet man bis zum Schluss vergebens auf den großen Knall, den großen Plot, die große Ironie hinter allen dem, auf die richtig große Katastrophe!

Der Roman ist in keiner Weise schlecht! Er unterhält einen großartig! Und in allem, was er macht, ist er ausgesprochen talentiert, sortiert und professionell geschrieben! Ich habe mich an sich gut unterhalten gefühlt.

Jedoch bleibt schon kurz nach dem Weglegen ja mal SO GAR NICHTS VON ALLENDEM IM GEDÄCHTNIS.

Du liest das Buch, wirst auch von der ein- oder anderen Szene super mitgenommen, von der Sprache, von den sehr kreativen, literarisch-sprachlichen Metaphern und und und...

Doch sobald du es wieder beiseite gelegt hast, hat dein Gedächtnis es auch schon wieder vergessen. Denn der Roman schafft es, so kann man es vielleicht am allerbesten ausdrücken: „Nicht, sich selber außerhalb seiner eigenen Seiten zu bewegen“.

Oder für die ganz Blöden ausgedrückt: Dieses Buch ist wie ein sehr gut schmeckender Hamburger, man futtert ihn, man genießt ihn, weil er richtig gut ist, und direkt danach hat man aber keinen Grund mehr, sich jemals wieder daran zu erinnern oder sich damit zu beschäftigen.


Und so ist dieser Roman. Man wird sehr nett unterhalten, aber danach kannste das Buch eigentlich auch wegschmeißen oder in eines dieser „Bücherwurm-Büchertauschregale“ im Supermarkt deines Vertrauens abgeben, weil die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn noch mal liest, ist meistens dann wohl doch sehr gering.

Aber schauen wir uns das ganze mal etwas weiter im Detail an.


Theoretisch kann man aber nun auch schon wieder wegklicken, wenn man kein Heinz-Strunk-Fan ist, denn viel mehr Erkenntnis wird in dieser Kritik nicht kommen und mehr als das bereits geschriebene braucht man auch nicht.



Klingt komisch, iss aber so...








Volltrottel mit Alkoholproblem trifft auf

 magersüchtige Psychobraut



Wie immer in den Büchern von Strunk, haben wir es hier NICHT mit broßbritischen Adeligen zu tun, welche sich auf dem altvictorianischen Familienlandsitz treffen, um der Vermählung der beiden Heldenfiguren beizuwohnen oder mit einem Paar, welches erst einmal noch eine mal weniger oder mal mehr witzige Abfolge von Hindernissen bewältigen müssen, bis sie sich entweder endlich final zusammenraufen oder aber wieder eigene Wege gehen.

Nein, bei Heinz Strunk, da kann man schon froh sein, wenn die gezeichneten Charaktere zumindest daran denken, sich vor dem verlassen ihrer eigenen vier Wände eine Hose anzuziehen. Sowas wie „Lebensglück“ ist, wenn es denn überhaupt vorhanden ist, immer nur ein sehr sehr flüchtiger Zustand, in Spurenelementen enthalten, welche schneller wieder weg sind, als die Charaktere danach greifen können. Meistens, da geht es die Lebensleiter nicht nach oben, sondern straight nach unten. Bäuche werden dicker, Haare werden grauer, Lebensträume welken dahin, Gesichter werden unansehnlicher und faltiger, Beziehungen verschimmeln vor sich hin, wie der vergessene, halbaufgegessene Joghurt ganz hinten im Kühlschrank und irgendwie müssen die schiefen Gestalten, welche in diesen Umständen leben, das halt hinnehmen und dennoch weitermachen oder aber eben langsam und nicht selten qualvoll, darin versinken.

Das Leben, wenn es jemals gut war, in der Vergangenheit der Figuren meistens schon, weil man muss sich das ja alles irgendwie schönreden, hatte nie wirklich viel zu bieten, bis heute nicht und es wird auch nicht mehr besser... Höchstens schlechter.

Und gerne reiten sich die Figuren dann selber immer noch weiter in die Scheiße.

So auch der nicht mehr ganz taufrische „Held“ in diesem Buch: Er ist irgendwo um die 40 oder 50, vielleicht ist er Mitte 40, sieht aber aus wie bereits Mitte 50, vielleicht aber auch andersherum. Er wollte mal Musiker werden, jedoch wie nicht selten, da wurde daraus nichts. Die Träume also schon lange begraben, inzwischen abgefunden damit, weil er immerhin mit der angehäuften Lebenserfahrung gut weiß, wie das Musikbusiness funktioniert, werkelt er in seinem eigenen, kleinen Tonstudio Hörspiele, Filmvertonungen und und und zusammen. Kunden gibt es viele, er hat immer irgendwas zu tun.

Er hat eine Freundin, mit der es eigentlich „mehr als nur so Semi läuft“, er ist an sich ganz zufrieden damit, er hat ein kleines, mittelgroßes Problem mit Alkohol, aber hey! Wer hat denn keine Laster und Macken?!... Und lebt halt so sein kleines, bedeutungsloses Leben vor sich hin.

Und ja, EIGENTLICH könnte er damit nun auch in vollendeter Dankbarkeit zufrieden sein, aber wie Männer vor allem innerhalb ihrer gerne erlittenen „Midlife-Crisis“ eben so sind, sind sie es halt nicht, sondern wollen noch mal 25 sein, treffen dann wiederholt dumme Fehler und machen sich vor allem gerne zum Affen. Soll heißen, auch der Held, der eigentlich alles hat, baut ganz gewaltig Scheiße.

Auf einer Party erblickt er eines Abends eine Frau, welche in ihm Gefühle weckt, von einer Intensität, dass es ihm wortwörtlich die Sicherungen durchbrennen lässt. VANESSA heißt das wunderschöne Wesen... Also in SEINEN AUGEN wunderschöne Wesen, welches dort als Hostess jobbt. Sie ist ein wahrer Männermagnet, alle wollen in ihrer Nähe sein und jeder von ihnen hofft, sie mit seinem Charme, seinem Auftreten, seinem Sexappeal rumzubekommen. Doch weit gefehlt.

Jedoch schafft der Held das kaum Vorstellbare, ER, ER der absolute Durchschnittstyp erhält irgendwie, so glaubt er zumindest, so hofft er zumindest, Zugang zu ihrem Herzen. Selbst wenn Vanessa ihn sehr lange zappeln und im Dunkeln darüber lässt, was denn in ihrer gemeinsamen Beziehung eigentlich Sache ist. Schmerzhafte Erinnerungen kommen bei unserem Helden hoch, von früher, man kennt das ja. Dann wäre da noch das Problem, dass er ja noch seine „alte“ Partnerin hat, mit der es aber nicht mehr so gut läuft, wie es könnte, zumindest nicht in seiner eigenen Wahrnehmung. Deshalb serviert er sie ab, möglichst lautlos, möglichst diplomatisch. Und auch, wenn sein Freund „Frieder“ ihm immer wieder davon abrät, mit Vanessa in eine Beziehung zu gehen, weil „Die Psychobraut bringt nur Probleme mit sich“... Scheißt er auf all das, denn Vanessa, dieses perfekte, dieses faszinierende Ding, jünger als er, sportlicher als er, alles mehr als er, er kann nicht von ihr lassen, darf nicht von ihr lassen, sein Verstand ist längst im Eimer, die Hormone haben gesiegt und lassen nur noch die primitivsten Hirnregionen arbeiten.

Und Vanessa, das muss er schnell feststellen, ist eine typische Dramaqueen, eine die ihre Männer gerne und lange hängen, sie im luftleeren Raum schweben lässt, bis zum Gehtnichtmehr. Vanessa ist mehr oder weniger magersüchtig, ernährt sich vor allem von Zigaretten und vermutlich Photosynthese. Das alles hat Gründe, sehr sehr düstere Gründe, sehr nachvollziehbare Gründe, verstörende Gründe. Vanessa ist launisch, will Schauspielerin werden, kommt aber nicht über schlechte Bühnenstücke mit Dilettanten als Kollegen hinaus. Jobbt sich also als Hostess und so weiter irgendwie durch. Vanessa hat ein Alkoholproblem, also irgendwo. Sie kann sich zwar zusammennehmen, aber wenn das Zeugs erst mal griffbereit steht, ja dann langt sie zu und dann sind peinliche Momente, Unhappy-Endings immer vorprogrammiert. Er aber, ja er hat ebenfalls ein Problem mit dem Alk, mukiert sich jedoch ausschließlich über Vanessas Problem mit dem Alk... Weil immer nur der andere ein Problem hat, man selber ja selbstverständlich nie.

Die Hürden für eine auch nur halbwegs funktionstüchtige Beziehung sind also unvorstellbar hoch, bis unüberwindbar. Doch beide können nicht voneinander lassen und so versinken die zwei immer und immer wieder in einem Sumpf aus charakterlichen, aber auch äußeren Problemen. Dass die Mitmenschen bis auf wenige Ausnahmen nicht gerade zu einer Verbesserung der Situation zutragen, ist bei Heinz Strunk ja nur reine Formalie. Eine unangenehme, peinliche, gerne mal kaum erträgliche Fremdschäm-Situation nach der nächsten reiht sich somit in diesem Roman wie auf einer Perlenkette auf.


Dieser Roman, diese hier beschriebene Beziehung, sie ist im Grunde genommen wie ein schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn. Und man selber ist der Gaffer, der eigentlich gar nicht gaffen will. Man kann aber bei all dem Grauen, all der „Carnage“, all dem Chaos aber nicht anders, als zu glotzen. Man schämt sich, jedoch man kann einfach nicht anders! MAN KANN NICHT WEGGUCKEN!!! SELBST WENN ES EINEM EISKALT DEN RÜCKEN RUNTERLÄUFT UND MAN WEGGUCKEN WILL!!! MAN KANN NICHT!!!.


Und das ist dann an sich auch schon die gesamte Handlung des Romans.


Der Held und seine Vanessa, die einem trotz nachvollziehbarer Gründe, weshalb sie halt ist, wie sie ist, immer unsympathischer wird, stolpern von einer mal kleineren, mal größeren Katastrophe in die nächste, von einem Fettnapf gleich in den nächsten.

Ja, diese Beziehung, sie ist im Grunde genommen, wie der gesamte Wahlkampf von Armin Laschet, es kann einen eigentlich nur gruseln, man will es einfach nicht verstehen, wieso sich die Protagonisten all das antun, warum das alles überhaupt passiert und wie man um alles in der Welt nur so blöde sein kann. Aber weggucken oder eingreifen lohnt sich auch irgendwie nicht. Weil, dann wäre es ja nicht so unterhaltsam!

Und bei dieser Konzeption, also dem gesamten Aufbau des Romans, da kommen wir somit auch schon zum ganz großen, technischen Problem, unter welchem die hier erzählte Geschichte leidet.









Im Grunde genommen immer das Gleiche



Denn mehr als das eben Beschriebene............ Hat der Roman nicht.


Keine aufregenden Wendungen, keine wirklich spannenden Situationen und schon mal gar keinen großen Plottwist, bei dem sich am Ende noch einmal alles ändert oder alles noch einmal in ein spannendes, neues Licht rückt. Die Grundlage „Gestörte Frau mit vielen persönlichen Problemen trifft auf doofen Durchschnittstypen, der selber nicht weiß, was er will“, ist das einzige was vorhanden ist und wird einfach wie Nutella einmal breit über die Stulle geschmiert. Problem ist aber nur, es war final im Rückblick einfach zu wenig Nutella auf dem Brot und irgendwie merkt man dies beim kauen auch irgendwann, dann ist es aber schon zu spät und das einzige, was hilft, zumindest bei mir war dann irgendwann, einfach nur noch immer fünf oder mehr Seiten vorzublättern.


Denn gegen Ende, da wurde es einfach langweilig, man wartet nun schon viel zu lange auf den „Großen Knall“, die „Große Katastrophe“, die finale Peinlichkeit, den allerletzten Fehltritt, darauf, dass irgendwas passiert, was einen noch einmal aufmerken und interessiert darauf werden lässt, wie diese Geschichte zwischen den beiden denn nun enden wird. Das aber passiert leider nicht, die beiden Figuren torkeln weiter durch ihre beschissene, pannendurchsetzte Beziehung und merken einfach nicht, dass das nichts werden kann, weil es nicht soll.

Und ja, irgendwie, da fühlt man sich wie während des Wahlkampfes von Armin Laschet – Denn eine bessere Metapher gibt es dafür nicht, um die Handlung in diesem Roman zu beschreiben. Die beiden Helden stiefeln sehr ungeschickt in ihre Fettnäpfe und auch wenn der Unterhaltungswert irgendwie immer einigermaßen gleichbleibend hoch ist... Das große Feuerwerk, das große Drama, der große Lacher, das große „AUTSCH!!!“ es bleibt aus. Die Handlung, sie klammert sich an das bisschen was sie halt hat, wie Laschet an seine Hoffnung, vielleicht doch noch Kanzler zu werden, wenn vielleicht doch noch Jamaika was werden würde. Und das war es!.

Und das verursachte bei mir beim lesen des Buches irgendwann dann nur noch für Ungeduld und Augenrollen. Gedanken wie „Jaja! Er macht wieder was peinliches! Jaaaa, sie ist jetzt sauer auf ihn! Und jaja, er verzweifelt an ihr, weil sie nie etwas isst.... Jaja, jetzt macht sie wieder was peinliches.... Jaja, sie lässt ihn mal wieder tagelang ohne ein Lebenszeichen hocken und er leidet Todesqualen.... PASSIERT JETZT IRGENDWANN AUCH NOCH MAL WAS ANDERES?!“.


SIMON VON ROCKETBEANS-TV...

 ...hat es in einer älteren Episode von „MOIN MOIN“ ungefähr so ausgedrückt:

„Das Buch ist an sich echt unterhaltsam, man liest es so in einem Stück weg, es macht echt Laune, aber wenn man damit fertig ist, dann hat man auch schon wieder vergessen, was eigentlich die Handlung war! Das Buch hinterlässt einfach keinen Eindruck!“.


Es sei denn, man möchte als Fazit vielleicht sagen: „Männer und Frauen sind das nackte Grauen, wie sie sich stundenlang in die Augen schauen...“ - Die Ärzte haben es ja bereits perfekt ausgedrückt.

Also mehr als: „Man sollte Single bleiben und um jede Frau mindestens 20 Kilometer Abstand halten“, bekommt man jedenfalls nicht raus.

Tja und viel mehr kann nun ICH dazu dann auch nicht mehr sagen, weil auch bei mir ist ja so wenig im Gedächtnis geblieben, selbst wenn ich ebenfalls zugeben muss, dass mir der Roman EIGENTLICH ganz gut gefallen hat. Aber mehr als „Haha! Guck mal! Er oder Sie oder beide hat/haben schon wieder was peinliches gemacht!“ - Kann der Roman, trotz handwerklich sehr guter Umsetzung nicht bieten.

Und dieses „Fettnäpfchengetrete“, ja das hat Armin Laschet technisch gesehen irgendwie unterhaltsamer hinbekommen.


Wenn ICH mal ganz ehrlich sein möchte.







FAZIT


 

Zur kurzzeitigen Unterhaltung ganz gut, mehr aber auch nicht.


 

Heinz Strunks neues Werk ist kurzweilig, gut geschrieben, handwerklich, wie auch literarisch, die Figuren sind sehr gut gezeichnet, vom Helden bis hin zur allerletzten Nebenfigur, alles was passiert ist immer nachvollziehbar und verständlich konzipiert.

Leider aber auch nicht mehr, denn wirkliches Gehalt, eine „Entwicklung“ der Charaktere, eine in irgendeine Richtung hinlaufende Dramaturgie, kann man nicht wirklich erkennen, beziehungsweise, sie ist schon vorhanden, aber so „milchig“ aufgebaut, dass sie dann letztendlich kaum Relevanz hat.

Oder drücken wir es mal so aus: Wenn man mal davon absieht, dass man sich ja mit ein klein wenig Phantasie durchaus denken kann, wie das Buch endet, weil man sich ja auch denken konnte, wie das Vorhaben von Armin Laschet endete, Bundeskanzler mit voller Mehrheit zu werden... Ja... Also... Dann weiß man schon JETZT während man diese Kritik liest, wie der Roman am Ende ausgeht.


Also im Grunde alles andere als „milchig“, sondern ziemlich durchsichtig sogar!


Und vor allen Dingen schleppt sich das Buch mit seinem bisschen Grundprogramm dann einfach bis zum Ende weiter, wie Laschet in seinem Wahlkampf und auch jetzt noch. Der große Knall, die große Überraschung bleibt aus, nichts wirklich einschneidendes passiert und so dümpelt es, zwar auf gleichbleibendem Niveau, aber es dümpelt vor sich hin und irgendwann, da wiederholt es sich dann und im Gedächtnis bleiben ein paar wenige Momente vielleicht. So die allerkrassesten Szenen, doch selbst von denen hat der Roman insgesamt und über den Daumen gerechnet, sogar weniger „WTF-Höhepunkte“, als Herr Laschet in seinem Wahlkampf.

Ich meine, woran erinnert man sich bei Laschet? Ans „Lachen“, „An das Kinderinterview“ und an den „Falsch gefalteten Wahlzettel“.

Beim Roman ist es jetzt, wo ich ihn fertig habe an sich auch nicht anders. Ich erinnere mich vor allem an: „Vanessa isst nie was, sondern raucht immer nur“, „Der Held rutscht in einer Szene aus und landet auf dem Hintern“ und „Die Mutter von Vanessa ist depressiv und sehr dick“.


Wow!


Und das bei einem Roman mit immerhin fast 290 Seiten.

 

Das Schimpfwort „Wegwerfliteratur“ möchte ich eigentlich nicht in den Mund nehmen, weil es echt beleidigend ist, jedoch kann ich das Buch nach einmal lesen, jetzt als Briefbeschwerer verwenden, weil nochmal durchlesen will ich es dann auch nicht.

Es halt grob betrachtet dasselbe Problem wie „Jürgen“, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, weil final beim Helden, bei all den anderen Figuren und somit auch beim gesamten Roman der „BOOOM!-Effekt“ fehlt, dieses gewisse „Etwas“, das mich als Leser vielleicht auch noch nach dem vierten oder fünften mal durchlesen noch mitnimmt.

Das ist zwar alles rein subjektiv, aber wenn nicht nur ICH, sondern auch SIMON von Rocketbeans das gleiche sagt, zum selben Schluss kommt. Dann kann ich für mich ja gar nicht so falsch liegen. Zumal „Der goldene Handschuh“ oder eben auch „Das Teemännchen“ einen sehr großen wie ich finde Wiedelesewert haben.

Dieses Buch leider so überhaupt nicht.

Und mehr als mit diesem etwas ratlosen Fazit, kann ich diese Kritik dann auch nur beenden, denn viel mehr ist dieses Buch nicht. Zur Handlung kann man auch nicht viel mehr sagen, weil wirklich nichts nennenswertes, bis auf vielleicht ein, zwei Punkte, die man aber nicht nennen darf, weil man sonst massivst Spoilert.

Also ich würde mit dem Kauf noch warten, bis es vielleicht reduziert als Taschenbuch vorliegt. Ist zwar fies dem Autor gegenüber, aber ist das Leben nicht immer nur eine willkürliche Zusammenkettung unschöner Vorfälle, kleiner Katastrophen, Unfainess und kaum durchdringbaren Ungereimtheiten?. Anders ergeht des den Figuren in diesem Buch ja schließlich auch nicht.

Aber immerhin weiß man bei Heinz Strunk wirklich nie, was der Mann als nächstes ausbrütet und deswegen habe ich mich auch sehr gefreut, als ich dieses aktuelle Buch von ihm auf einmal im Laden vor mir auf dem Verkaufstisch liegen sah und werde es auch bei seinem nächsten tun.

Insofern haben sich die 22 Euro ja dann doch gelohnt!




Ich habe fertig.







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Heinz Strunk

„Es ist immer so schön mit dir“


Buch, gebunden

ROWOHLT


Ersterscheinung 2021

Preis: 22,00€


PERSÖNLICHE NOTE: 3-

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Letzter Akt mit Datingapp



Cayman bastelt immer noch an seiner neuen Datingapp von jenem Anbieter herum, welcher behauptet, dass...


Und noch immer sagt die App, dass die große Zimmerpflanze im Raum, wie auch der Tesafilmabroller die besten, potentiellen Partner für ihn sein sollen. Warum aber, die Erklärung bleibt die App ihm schuldig, alles was diese dazu sagt ist, dass diese beiden potentiellen Partnerinnen „Zimmerpflanze“ und „Tesafilmabroller“ angeblich die passenden Facebookprofile besitzen würden...


Nachdem die App immer wieder vor allem auf die Zimmerpflanze mit ihrem „Heiß! Heiß! Heiß! Heiß!“ reagiert. Steht der Kameramann auf und meint: „So, jetzt pass ma uff mein Jung! Lass den Vattern das mal machen, der kennt sich aus mit solchen technischen Problemen!“.


Daraufhin nimmt er das Smartphone...

Öffnet ein Fenster...

Nimmt Anlauf...

Rennt zum offenen Fenster...

Holt kräftig aus...

Und pfeffert das Gerät im hohen Bogen hinaus...


Eine Weile warten beide, schauen nach unten, dort, wo es vermutlich gelandet ist...


Dann meint der Kameramann trocken: „Na siehtste! Jetzt haben wir mit etwas Glück am Kopf getroffen! Wenn du jetzt runtergehst und behauptest, dass das alles ein bedauerlicher Unfall war, dann habt ihr beide eine lustige Anekdote, die ihr noch euren Ur-Urenkeln bei der diamantenen Hochtzeit erzählen könnt!“.


Cayman der weiterhin aus dem Fenster blickt, meint: „Ähhm... Also ich glaube ja nicht, dass das so funktioniert! Und außerdem scheint der Kerl, dessen Windschutzscheibe du getroffen hast, nicht so happy darüber zu sein!“.


Der Kameramann setzt sich wieder auf sein Sofa und grinst: „Aber als pseudogesellschaftlicher Witz isses dennoch brauchbar! Das hätten der Mark-Uwe und sein imaginärer Bettvorleger doch auch nicht besser hinbekommen!“.


Cayman schließt das Fenster „Jetzt ist gerade auch noch der Akku vom Phone explodiert! Auf der Motorhaube vom Auto, auf dessen Scheibe es zerschellt ist! Der Fahrer hat schon die Polizei, die Feuerwehr und...“


Der Kameramann unterbricht: „Somit haben wir viele Menschen zusammengebracht, welche alle das Ziel haben, wieder Ordnung in diese chaotische Welt zu bringen! Gute Taten lassen sich nun mal halt nicht immer an den Ausgangstaten der Täter negativ bemessen! Verstehste was ich damit sagen will?“.


Cayman schleicht zur Pflanze und versteckt sich hinter ihr...


Darauf dreht sich der Kameramann kurz um und meint: „Ja na siehste! Hatte die App doch recht gehabt! Ihr passt beide wirklich gut zusammen! Wer hätte das denn gedacht! Du bist ja quasi eins mit ihr!“.


Und während von draußen immer mehr Sirenen zu hören sind, lehnt sich der Kameramann entspannt zurück und spricht zu sich selber, in voller Selbstzufriedenheit: „Man muss die Dinge halt selber in die Hand nehmen, sonst kommt man keinen Schritt vorwärts im Leben!“.


[Anmerkung: Dem Autor ist es immer noch komplett scheißegal, wie kacke diese gesamte Szene ist]



Denken Sie mal drüber nach...

 




ENDE





[Anmerkung: Ne, immer noch... ]



[Anmerkung-2: Wer meint sich beschweren zu müssen, soll sich gefälligst selber was ausdenken, bin ich die Witzeabteilung der Heute Show oder was?]



[Anmerkung-3: Aber ich könnte mich damit bei denen bewerben oder?]







[Finale Anmerkung: ODER?!]