Dienstag, 1. Februar 2022

 

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Cayman liest > Oskar Roehler >“Mein Leben als Affenarsch” >Roman >Über einen völlig kaputten Typen, der Schriftsteller werden will

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Erste abgefuckte Szene


Wir sehen einen Raum, der an sich ganz nett, okay… Sagen wir mal lieber: Etwas ziemlich „schnulzig“ eingerichtet ist: Die Wände in einem sanften Lilaton gestrichen, zwei Stühle von Ikea, grau bezogen, mit mattsilbernen Beinen und Armlehnen, in der Mitte ein Tisch aus lackiertem, glatten Sperrholz, darauf eine große, weiße Vase mit einem Trockenblumenbesteck…

An der mittleren Wand hängt ein beleuchtetes Schild, auf dem in Schnörkelschrift steht: „CAYMAN LIEST“…

Auf dem linken der Stühle, da sitzt Cayman, in legerer Kleidung und dem heute kritisierten Buch auf dem Schoß, freundlich nickt er dem Publikum zu: „Meine sehr verehrten Zuschauer… hicks INNEN!…“


Dann räuspert er sich und sagt: „Oh! Ich bitte um Entschuldigung, da hat mich der Genderschluckauf erwischt“


Er trinkt ein Glas Wasser und beginnt danach von vorn: „Meine sehr verehrten Zuschauer! Sehr verehrtes Publikum! Sehr geehrte Leser und Lesende! Wie auch immer… Fuck this Shit… Wir begrüßen das neue Jahr mit der letzten, in Zweitausendeinundzwanzig geschriebenen und produzierten Literaturkritik. In diesem Beitrag, da durchleuchten wir das Buch eines Mannes, für des es innerhalb seiner Romane gar nicht brutal, ekelhaft, abstoßend und wahnsinnig genau zugehen kann. Denn Oskar Roehler schreibt Bücher, die nicht nur unter die Haut gehen, sondern auch an die Nerven, an die Substanz, an die Psyche, an die Seele und an das Gemüt. Also ein bisschen wie Sibylle Berg, nur mit weniger Seiten und noch halbwegs nachvollziehbar, was eigentlich Sache ist bei der Story. Und ganz genau eines seiner noch recht neueren Werke, wollen wir also heute mal betrachten, uns den total gestörten Helden des Romans, sowie seiner Begleiter und einige Nebenfiguren ansehen und uns in diesen Zeiten, in denen immer mehr Romane irgendwelchen „Sensibility-Prüfungen“ und auch „-Beschneidungen“ unterzogen werden, Theaterstücke von Shakespeare abgesetzt werden, weil man dem Publikum kein Trauma zufügen will und bestehende Bücher aus dem Verkauf genommen werden, WEIL Verlage und Verkäufer Angst davor haben, dass jemand wegen irgendwelcher, nicht mehr zeitgemäßer Inhalte beleidigt, wütend oder getriggert werden könnte… Der totalen, völligen, hemmungslosen POLITISCHEN UNKORREKTHEIT hingeben!“

Cayman lehnt sich etwas vor: „Der Roman „MEIN LEBEN ALS AFFENARSCH“ von Oskar Roheler, ja der drischt mit dem Baseballschläger in exakt diese Richtung und tut alles dafür, so versaut, kaputt, pervers, ekelhaft und einfach nur verstörend zu sein, wie es dem Autor nur irgendwie möglich war! Ja okay, das Buch erschien schon 2015. Jedoch wird es immer noch verkauft, was heutzutage ja fast schon ein Wunder ist, wenn das so weitergeht. Erfreuen wir uns also am exakten Gegenteil von sogenannter „Sensibilisierter Unterhaltungsliteratur“ und tauchen wir in das Berlin irgendwo zwischen den späten 80ern und frühen 90ern und begleiten einen asozialen Vollidioten mit Dachschaden und schweren, emotionalen Defiziten auf seiner Reise durch das mindestens genauso kaputte Berlin und bei seinem Versuch, Schriftsteller zu werden… Spoiler! Er wird das natürlich nicht schaffen, dafür aber am Ende eine unfassbar widerwärtige Straftat begehen!“


Der Kameramann sagt aus dem Off: „Na das kann ja heiter werden.“


Und Cayman lächelt: „Ja, in der Tat! Und nun wird unser heutiger Studiogast, ein typischer berliner Assipunker, voller Wut und Inbrunst dieses geschmacklose Studio hier zerlegen. Einen kräftigen Applaus für… „FICKFRESSE“, und seine unbändigen Aggressionen!“

Daraufhin steht Cayman auf und ein verschnodderter Punker, in typischer Montur, mit bunten, verfilzten Irohaaren betritt das Bild… Laut spuckt er auf den Boden, nimmt die Vase mit den Trockenblumen und schmeißt diese mit voller Wucht gegen die Wand… Dann nimmt er einen der Stühle und schlägt damit auf den Tisch ein… Als dieser nicht nachgeben will, packt er diesen und wirft ihn unter lauten Grunzlauten ebenfalls gegen die Wand, bricht danach die Beine ab und wirft diese unter lauten Wutschreien durch den Raum… Sofort danach packt er den zweiten Stuhl, verbiegt mit knallrotem Gesicht die Beine und schleudert auch diesen gegen die rechte Wand… Dann zieht er sich spontan seine Nietenjacke aus, wirft sie auf den Boden, zieht sich die Hose herunter und…..


!!!TRIGGERWARNUNG!!!

[((((((Die neue Sensibilisierungsbeauftragte Frau Dr. Kirschbaum-Steinemann bittet um Entschuldigung für diese gesamte Szene – Sollten bei Leser_Innen und Lese*Personen diffusen Geschlechtes Verstörungen, Triggervorfälle oder aber Traumata entstanden sein, so bietet die neu eingerichtete „Sensibility-Hotline“ von nun an ihre Dienste an, Telefonnummer oder Skypechat zu finden in den AGBs von CaymenBloggt-  Die neue Sensibilisierungsbeauftragte Frau Dr. Kirschbaum-Steinemann bittet vielmals um Entschuldigung für das vorangegangene und auch den nun folgenden Beitrag – SIE SOLLTEN DAS NICHT LESEN))))))]





Cayman liest


Dieses Mal:

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Oskar Roehler


„Mein Leben als Affenarsch“

















„Der hirngefickte Scheißkerl“

















Hauptsache laut und brutal

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Oskar Roehler nimmt nicht nur kein Blatt vor den Mund oder die Tastatur, er nimmt stattdessen gleich mal einen Baseballschläger und schlägt alles kurz und klein, spuckt auf den Fußboden… Ach was! ER SCHEIßT AUF DEN VERFICKTEN SCHEIßKACKFUßBODEN! ER ZIEHT SICH DIE BUXE RUNTER UND WICHST AUF DEN BODEN, AN DIE WÄNDE, AN DIE DECKE! ER WÄLZT SICH IN DER PAMPE, BESCHMIERT DIE WÄNDE DAMIT UND SPRINGT ANSCHLIEßEND LAUT SCHREIEND AUS DEM FENSTER!!! UN DANN UNTEN BEIM AUFPRALL MIT EINEM ATOMPILZ ZU EXPLODIEREN!!!


Ungefähr so, kann man das Grundprinzip beschreiben, nach dessen er seine Bücher gestaltet.


Aber das wäre jedoch nur die halbe Wahrheit – Denn da ist ja auch noch das, was diese Bücher überhaupt erst lesenswert macht, nämlich diese extrem tiefe, extrem ergreifende Atmosphäre und diese extrem cineastische Art, wie Handlung und Dramaturgie inszeniert und überhaupt aufgebaut sind. Selbst Momente, in denen mal nicht so viel passiert, lesen sich flüssig und sehr eingänglich. Es ist ein bisschen wie bei einem richtig guten Film, dessen Bildsprache einen bereits fesselt und davon abhält, vor der nächsten Werbepause aufs Scheißhaus zu gehen. Man fühlt sich einfach, so kann man es vielleicht am besten beschreiben: „Zuhause“ in diesen Büchern, selbst in den schmutzigsten und schlimmsten Momenten.

Rein Psychologisch sind die Figuren in seinen Romanen zudem eigentlich immer sehr gut und sehr genau dargestellt, mit all ihren Höhen, Tiefen, Ecken, Kanten, Lichtflecken und Abgründen. Die Abgründe sind meistens aber am präsentesten… Kennen wir ja von RTL2 und deren „Harz-4-Programm“… Dumm, hässlich, arm und asozial geht immer, weil „Abwärtsversicherung“, so nennen Medienpsychologen dieses Phänomen, das mehr über uns als Gesellschaft und auch als intelligente Lebewesen aussagt, als wir es vielleicht gerne hätten und zugeben wollen würden.

Im Falle des nun rezensierten Buches „Mein Leben als Affanarsch“, da greift diese RTL2`sche „ABWÄRTSVERSICHERUNG“ aber mal so dermaßen, dass es bis in die umliegenden Nachbarwohnungen scheppert beim lesen!

Denn der Held, er ist irgendwo ein sehr empfindsamer Mensch, künstlerisch interessiert und auch motiviert, er ist ein typischer Freigeist, wie man als Künstler es normalerweise sein sollte, Gesellschaftsnormen kotzen ihn an und irgendwie hat er gewisse Wesenszüge von Klaus Klinski, im guten wie im schlechten. Und ganz genau da liegt aber auch das Problem, denn der Held, er ist komplett außer Stande, sich unter Kontrolle zu halten, selbst die allerkleinsten Impulse, die durch sein verdrehtes Gehirn schießen zu unterdrücken. Er kann sich in keinster Weise längerfristig beherrschen oder überhaupt einschätzen, wann er den Bogen wie weit überspannt. Der Held, er ist im Grunde genommen das, was man einen „Asozialen“ nennt, jemanden, der überhaupt nicht in der Lage ist, sich irgendwie, irgendwo jemals anzupassen oder auch nur länger zu beherrschen, weil sein kaputter Kopf, seine vollkommen desolate Psyche ihn von einem Wut-Selbstzerstörungsanfall in den nächsten treiben, von einem schwerst depressiven Zustand in den nächsten, oder in völlige, übertriebene Glücksseligkeit und wieder zurück. Der Held, er…


HAT NIE GELERNT SICH ZU ARTIKULIEREN! SEINE KLEINE SEELE, SIE SEHNT SICH NACH ZÄRTLICHKEIT!


Aber leider ist auch er nichts anderes, als ein… „ARCHLOCH, ARSCHLOCH, ARSCHLOCH!“.


Dabei ist er an sich eine sensible und irgendwo auch einfühlsame Person, er kann mit diesen Werkzeugen die meiste Zeit jedoch nichts anfangen und gibt sich lieber vollkommen seinen niedersten Impulsen hin, ohne Rücksicht auf sich selber oder andere. Was den Leser schon mal sehr verstört zurücklassen kann, weil dieser Held dort in der Story die gestörtesten Dinge tut, diese immer noch weiter steigert und all sein Talent und sein Wollen, auch sich mehr zu machen, als einen drogennehmenden, abgefuckten Mülltypen, einfach in die Tonne kloppt.

Dass bei dieser Art von Roman, bei diesem Erzählstil natürlich Übertreibungen mit dazugehören, Stilbrüche, das Überschreiten aller nur möglichen Linien des guten Geschmackes, ist ja klar. Doch lauert genau dabei eine nicht unwesentliche Stolperfalle, in die der Autor gleich mehrmals tappt, weil er es einfach so dermaßen übertreibt, dass es nicht nur unrealistisch wird, sondern regelrecht, auch die unangenehme Weise „Peinlich“. - Eine sehr gute Szene, wäre jene mit dem „Fötus“, bei dem ich einfach nur noch dachte: „Das passt überhaupt nicht rein, es ist unrealistisch as Fuck und ist so überspannt, dass es nur noch pure Cringe ist!“.

Gut ist jedoch, dass ihm dies nur ein paar male passiert, dann auch sofort auffällt, nicht weiter handlungsrelevant ist und man es auch einfach überblättern kann, ohne etwas zu verpassen.

Meistens aber, da passt die Zusammenarbeit zwischen, nennen wir es mal „Lyrischer Schönheit“, der „Brutalen Erzählweise“ und dem „Asozialen Helden“ und seiner mindestens genauso kaputten Mitmenschen. Und da der Held eine sehr gute Beobachtungsgabe hat und alles mit exakter, makelloser und genauso gnadenloser Genauigkeit wiedergibt, sind selbst Alltagsereignisse, auch die, die mal nicht vollkommen kaputt, ekelhaft und/oder verstörend sind, ein großes Ereignis.

Denn aus den Augen eines sehr labilen Psychotikers, mit einer an sich messerscharfen Beobachtungsgabe und künstlerischem Blick, ist die Welt ein sehr interessanter Ort, voller spannender Sichtweisen.







Er wäre gerne Schriftsteller

Doch nur zum asozialen Spinner reicht es…

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Der Roman beginnt schon mal sehr abstrus: Als der Held seine Mutter besucht, mit der er nicht viel am Hut haben will, weil sie weder als Mutter, noch als Mensch überhaupt etwas taugt, da präsentiert sie ihm stolz ihren sündhaft teuren Mantel aus ORANG-UTAN-FELL. Die Mutter selber ist durch langen Tablettenmissbrauch, ihre diversen Krankheiten und ihre Paranoia, zu einem sehr obskuren Anblick geworden, eher schlechte Karikatur als ein wirklicher Mensch.

Die Mutter spült sich ihre Tabletten mit Wodka herunter, dann muss der Sohn für sie erst mal Rezepte fälschen. Als er ihr daraufhin mitteilt, dass er nach Berlin wolle, aber kein Geld hätte, da wird die Mutter wie immer unfreundlich und empfiehlt ihm, sich bei diesem Wunsch lieber an den Vater zu wenden. Der sei immerhin, also angeblich KASSENWART DER RAF gewesen und hätte doch größere Geldsummen ihrer Banküberfälle bei sich herumliegen. Der Vater wiederum ist ein schwerst alkoholabhängiger, unter diversen Verschwörungsphantasien leidender, langsam verwahrlosender, in Unwürden gealterter Mann, dem das Leben nicht viel mehr gelassen hat, als halt seinen Schnaps, seinen Wein und seine sonstigen Spirituosen. Auch er werkelt an einem Buch, schon viel zu lange, wird nicht fertig. Aber das kann auch egal sein, denn sein „Opus Magnum“ ist an sich nur eine unvorstellbar dümmliche Ansammlung an wilden Verschwörungsthesen, zusammenhangslos und wirr.

Also kann man immerhin bereits auf den ersten paar Seiten sehr gut nachvollziehen, woher auch der Held seine diversen Dachschäden hat und warum auch aus seinen Plänen, Schriftsteller zu werden, niemals etwas werden wird, die Abwärtsspirale gen Asozialhausen und Dachschadendorf dafür aber bereits in Granit gemeißelt ist.

Doch der Protagonist, gerade so um die 23, er lässt sich nicht beirren. Sein Plan steht fest. Nach Berlin und dann an der Schreibmaschine mal so richtig das Feld der Lyrik und der Literatur von hinten nach vorne aufräumen. Murakami, Houellebecq, Sibylle Berg, Daniel Kehlmann und wie sie alle heißen, sie alle sollen und werden im Glanze SEINES Schaffens regelrecht verglühen! Jawoll! So machen wir das! So und nicht anders!

Was aber er, wie auch schon viele andere vor und wohl auch nach ihm dabei vergessen haben ist, dass BERLIN eben BERLIN ist. Etwas, das dem Helden nun auch sehr schnell auf die Füße fällt. Denn das Berlin, in dem man landet, wenn man die eigenen, vergammelten Eltern um Kleingeld anschnorren muss, um überhaupt dorthin zu kommen, ist kein Berlin, welches einem mit offenen Armen, einem ausgerollten, roten Teppich und frischem Kaffee und Schnittchen empfängt. Es ist eher ein riesiger, grauer, dauerberegneter, prekärer Müllberg, in dem „Menschen“, oder zumindest „Lebensformen“ ihr „Dasein“ fristen, die nur noch entfernt etwas von „intelligentem Leben“ haben. In dem Mietblock des Helden, in dem er eine schummrige Kellerbude, oder eher angegammeltes Loch bewohnt, ist alles dreckig, hoffnungslos, es stinkt und der dauerbesoffene Hausmeister mit den kariesschwarzen Zahnruinen im Maul verdrischt lautstark seine Frau und scheißt gerne mitten in den Hinterhof.


Der Held derweil, der sitzt manchmal vor seiner Schreibmaschine und hat viel zu viel Respekt vor allem: Der Macht der Worte, der Jungfräulichkeit des ersten Satzes, seiner eigenen Schaffenskraft und  dem bloßen Dasein als Künstler. Sein Vorhaben kann sich nicht formen, seine Ideen zerfließen zu milchiger Flüssigkeit die sogleich im Abfluss versickert, er sitzt einfach nur da und es will nichts kommen, mit dem man einen Houellebecq oder Kehlmann das Wasser reichen könnte. Von „verglühen lassen“ kann gar nicht die Rede sein, sondern eher davon, dass ER der Held wie ein leeres, weggeworfenes Feuerzeug ist, das auf regennasser Straße daliegt und darauf wartet, vom nächsten Regenschauer in die Kanalisation gespült zu werden.

So streunert er mit zunehmendem, geistig-seelischem Verfall durch das kaputte Berlin, mit seinen kaputten Bewohnern, seinem kaputten Antlitz und seinem ewigen Wahnsinn, welcher auch den ohnehin anfälligen Helden mehr und mehr durchströhmt und immer weiter in Richtung Bodensatz absinken lässt. Da können auch gewisse Frauenbekanntschaften nichts dran ändern, welche ohnehin immer nur im Drama enden. Auch wenn die ganze Arschfickerei ja ganz nett war, oder die ständigen Prügelorgien, wenn mal wieder beide entweder besoffen oder einfach nur außer sich waren, weil man hier in Berlin halt immer außer sich ist. (Oder besoffen, um das alles besser ertragen zu können).

Aber auch seine Versuche, als ganz normaler Mensch zu arbeiten, beispielsweise im Theater, verlaufen sich für ihn in immer neuen Enttäuschungen, in Ausrastern und letzten Endes in der Einnahme von Drogen oder einfach allem, was irgendwie berauscht.

Schon auf Seite 32 kommen dem Helden erste, eklatante Zweifel, ob das mit dem „Schriftsteller werden“ nun wirklich so eine gute Idee gewesen ist. Seine bisherige Ausbeute an Schaffenswerk, liest sich nämlich so:


ZITAT BUCH SEITE 31/32:

„Im Alter von sechs Jahren ist die Angst von Berlin in mich hineingekrochen und ist dort hocken geblieben. Die Angst des Abfalls vor dem Müllschlucker. Die Angst des Hinterhofs vor der Kastanie. Die Angst des Hausmeisters vor der Hundescheiße. Die Angst des Biers vor dem Eisbein. Die Angst der Kohlsuppe vor dem Krieg. Die Angst der Straßen vor dem grauen Himmel. Die Angst des Kinderfickers vor dem Hausmeister. Die Angst des Hausmeisters vor der Scheiße im Arsch des Kinderfickers. Und umgekehrt und umgekehrt.“.


Ich würde noch hinzufügen: „DIE ANGST DES HAUSMEISTERS VOR DER LEEREN BIERKISTE“.


Dann wäre es perfekt.







Schmutz und andere kulturelle Unterhaltung

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Als der Held am nächsten Tag nach seinem ersten und leider besten Versuch, Schriftsteller zu sein erwacht und wenig erpicht von seinem Werk ist, klopft der Hausmeister an der Tür… Es geht vermutlich um die Müllabfuhr:

ZITAT:

„Zehnmal fällt das Wort Scheiße. Fünfmal das Wort Gülle, viermal Fotze. Der Rest verschwimmt in Schwammigkeit. Wieder starrt er mich an. Ich sage: >>Müllabfuhr, Scheiße, Gülle und Fotze<<. Er nickt anerkennend.“.


Doch so heruntergekommen wie der Hausmeister und all die anderen Gestalten auch sind, der Held ist nichts besser. Nur kann man seinem Verfall bis zum Boden, bis runter in den verdreckten Kohlenkeller der Gesellschaft im Laufe des Buches in Lichtgeschwindigkeit zusehen. Was ihn selber aber nicht davon abhält, UNS den Lesern dies in vollkommen emotionsloser, aber wunderschön-poetischer Sprache darzulegen, als sei es ein altes, wiederentdecktes, barockes Ölgemälde, welches es zu besprechen gilt. Besonderes Highlight ist immer, wenn der Held Drogen konsumiert und Oskar Roheler sich Zeit und auch Phantasie nimmt, sehr viel von beidem sogar, diese Rauschzustände zu beschreiben. Fast ist einem dann, als würde man gerade selber im Vollrausch durch die Galaxis rasen, wie eine von Dalis Uhren einfach zerfließen.

Ohnehin ist diese wunderschöne, betörende Art, wie der Held sich selber und sein motiviertes Arbeiten daran, so schnell so wahnsinnig und heruntergekommen wie möglich zu werden, wenn er es nicht schon die ganze Zeit  über war… beschreibt, jede Seite aufs neue einfach großartig. Selbst wenn man bedenkt, dass es vor Fäkalwörtern, Beschimpfungen, rassistischen Äußerungen, Beleidigungen, ekelhaften Szenen und perversen Arten Sex zu haben (Oder sowas in der Art) nur so trieft. Der Held, im tiefsten Inneren seiner Seele, ist ein sehr empfindsamer und ästhetisch sehr feinfühliger Mensch. Er kann es nur nicht auf Papier bannen und verfällt stattdessen lieber dem Wahnsinn, dem noch viel größeren Wahnsinn Berlins, den Drogen und seinen nicht gerade wenigen, eher viel zu zahlreich vorhandenen, eigenen psychischen Problemen, Krankheiten und was man halt sonst noch so alles mit sich herumschleppt, wenn man aus einer komplett kaputten Familie kommt und selber keinen Deut besser ist.


Ob man diese Maßlosigkeit an allem, was nichts mit Politischer Korrektheit zu tun hat, nun mag, gutheißen will oder nicht, muss jeder selber wissen. Ich jedoch für meinen Teil empfand den Trip in die Welt eines solchen Menschen, die ja auch in Real existieren, in diese Abgründe, als sehr interessant und vor allem in diesem Fall von Roheler selbst… Sehr einfühlsam, trotz all dem drumherum.

Wo wir aber auch wieder bei der „Abwärtsversicherung“ von Harz-4-Soaps von RTL2 und Co sind – Denn man kann gar nicht anders, als dem Helden bei seinem Weg immer weiter nach unten, in den Wahnsinn, von einem Drogenrausch in den nächsten, beim sozialen Verfall mit einem prickelnden Grauensschauer zuzusehen.  Die Schönheit, die Zartheit, die manchmal aber auch einfach sehr sachliche Beschreibweise des Ich-erzählenden Helden steht in einem an sich beißenden Gegensatz zu dem, wie er als Mensch tatsächlich ist, wie versaut, brutal und pervers all das ist, was im Verlauf der Handlung passiert.


Auch wenn Oskar Roehler manchmal wirklich vollkommen über das Ziel hinausschießt, wie bei der Sache mit dem Fötus.


Insgesamt aber, da besticht die beschriebene Handlung dadurch, dass diese vor Perversitäten, Brutalität und Sozialhorror nur so strotzt ABER gleichzeitig all das auf eine fast schon liebevoll-zärtlich-sachliche Weise vom Erzähler vorgetragen wird. Der derbe Humor, der sehr derbe Humor rundet den Roman letztendlich ab.

Vor allem aber eben jene tiefpoetische Abschnitte sind es, welche fesseln und begeistern, schon durch ihre bloße Bildsprache:


ZITAT BUCH SEITE 75/76:

„Ich kleine, sitzende Figur verschwinde in dieser Stille und fühle, wie sie wächst und mich immer weiter von allem Guten entfernt. Die Hände klein und zierlich, brav und manierlich, liegen auf dem Tisch, wie man es mir beigebracht hat, als ich noch sehr klein war. Die Ellbogen nicht auf dem Tisch. Links und rechts liegen sie brav neben der Schreibmaschine.

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Wie ungeheuer zart, klein und hilflos ich selbst in diesem Moment bin, das sehe ich an diesen schüchternen Händen. Die blanken Augen, als hätten sie Hunger, nehmen den Anblick der Hände in sich auf. Sie saugen ihn nicht begierig in sich hinein, nein, dieser Hunger ist kein Insektenhunger, es ist der Hunger der Teleskope, die traurig den Weltraum abtasten nach irgendwas Lebendigem – und nun diese Hände auf Wachs vorfinden, die perfekt modelliert sind und wie echt aussehen. Dürerhände. Hände aus Stein.“


 

Dass derselbe Erzähler sich etwas später harte Drogen reinpfeift, sich regelmäßig aufführt, wie frisch aus dem Irrenhaus entlaufen oder schlimmer… Wie Klaus Kinski auf Speed… Klaut, prügelt, pöbelt, ausrastet, sich eine Glatze rasiert, sich „RAZORHEAD“ nennt, komplett wahnsinnig spontan in einen verdreckten Fluss springt, eine Familie im Restaurant terrorisiert und am Ende sogar eine schwere Sexualstraftat begeht, mag man da ja kaum glauben.

Doch es ist so, es will nicht zusammenpassen, als wenn flüssiger Teer und Lava aufeinandertreffen, doch beides am Ende irgendwie unter Gestank, unwohler Geräuschkulisse und jeder Menge Rauch und Qualm zu einem werden. Unförmig, unansehnlich, kunstvoll verformt, ästhetisch deformiert zu einer Missgeburt, welche man einfach ansehen MUSS, damit man immerhin mitreden kann. Schönheit durch puren, immer weiter verkommenden Horror menschlichen Daseins. Wie einer dieser Lost-Places-Abenteurer fühlt man sich, wie diese Touristen in Tschernobyl, welche durch die alte Grundschule laufen, den Verfall, den Schrecken, die Kindergasmasken und die verwitterten Spielzeugpuppen begaffen wie Vieh seinen Landwirt, der gerade mitten auf dem Hof den Nachbarshund von hinten vögelt.

Dieses Buch kommt dem Buch „DER GOLDENE HANDSCHUH“ von Heinz Strunk sehr nahe und ist doch von seinem Protagonisten vollkommen anders. Denn man weiß bei diesem Helden einfach nicht, wirklich nicht, ob man ihn nun mögen soll, ob man ihn hassen soll für alles was er getan hat, ob man ihm helfen oder ihm weiter zusehen will, ob man sich schämen soll, diese widerliche Buch gelesen zu haben, oder ob man stolz darauf sein kann, soll, muss, darf, dass man es überhaupt zu Ende gelesen hat.


Egal wie die Antwort auch immer lautet…


Mich hat das Buch, mit ein paar wenigen Abzügen, sehr gut gefallen und überzeugt.







FAZIT

Brutal, widerwärtig, pervers, total gestört und gerade deshalb einfach faszinierend

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Drum machen wir es kurz:


„Mein Leben als Affenarsch“ ist brutal, pervers, fäkal, rassistisch, böse, abartig, krank und absolut kaputt. Mit dem neuen Trend der „Sensibilisierten Literatur“ hat DAS HIER rein gar nichts zu tun. Eher das exakte Gegenteil. Denn dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und greift Genremäßig irgendwo da, wo auch Heinz Strunk  mit seinem „GOLDENEN HANDSCHUH“ oder auch Sibylle Berg jüngst mit ihrem Brockenwerk „GRM-Brainfuck“ gewildert haben.

Figuren, die ohnehin bereits verloren sind, bei denen man weiß, dass es kein gutes Ende mit ihnen nehmen wird, deren Schicksal aber dennoch berührt, weil sie doch weitaus vielschichtiger sind, als es ihr Äußeres vermuten lässt, die vor allem viel mehr könnten, wenn sie denn, wenn die Welt um sie herum dafür geschaffen wäre, wenn, würde, wäre, hätte, könnte…

Das Szenario des „Sozialhorrors“, der prekären Lebensumstände, welche der eigenen Vorstellungskraft weit überlegen sind, weil man es sich einfach nicht vorstellen kann oder auch gar nicht will, dass Menschen so sein können, so leben können, aber sich eingestehen muss, dass viel mehr an dem dran ist, was hier in Fiktion dargestellt wird, als es vielleicht sein sollte – Ja dieses Szenario, dieses Genre, kann eine ebenso gewaltige Sogkraft entfalten, wie ein richtig guter Thriller oder Krimi.

Wo Strunk jedoch einfach passieren lässt und im Grunde nur Kamera ist und Sibylle Berg vollkommen gleichgültig runterrasselt, da nimmt sich dieser Roman Zeit für seinen Helden, da nimmt der erzählende Held die Zeit, sich selber aus der Ferne zu betrachten und zu sezieren. Derweil er immer weiter in Drogen, Gewalt, Wahnsinn und geistig-seelischem Verfall untergeht und Dinge tut, die doch wohl hoffentlich…


Ach lassen wir das.


Denn in der Fiktion, da gibt es kaum etwas, was nicht bereits irgendwo genau so stattgefunden hat oder schon immer so stattfindet. Vielleicht ja gerade jetzt, irgendwo auf der Welt, vielleicht sogar schon zwei Straßen weiter. Ja wer weiß das denn so genau?.

Weil Menschen kranke Gestalten sind, klein, deformiert, jeder für sich, mal außen, mal innen, mal beides. Weil diese deformierten, kleinen Wesen dazu verdammt sind, jeder für sich, ins trübe Lebenswasser geworfen zu werden. Ganz gleich ob sie dafür gemacht sind, oder eben nicht. Manche können schwimmen, gewiss, manche weil sie es können, manche weil sie von innen hohl sind oder weil sie irgendwie Glück hatten. Manche aber, die sind dazu gemacht worden, sofort zu versinken. Denn am Ufer stehen zu bleiben, ja das ist nicht vorgesehen. Drum genügt ein kleiner Schubser und schon werden sie immer kleiner und kleiner und unschärfer, in jener farblosen, leblosen, erbarmungslosen Brühe, welche viele einfach nur „Leben“ nennen. Bis sie für immer verschwunden sind. Derweil sie dann am Bodengrund mit den anderen ihr Dasein fristen. Denn der Weg nach oben ist weitaus schwerer, unmöglicher, utopischer als umgekehrt. Schwerkraft ist immer sicher. Schwerelosigkeit nie von Dauer. Auftrieb und Oberflächenspannung entweder ein Lottospiel oder ein Privileg.

Und dieser Held, er tut einem leid. Doch man muss ihn hassen, weil er ein vollkommen kaputter Scheißtyp ist, der mindestens in die Geschlossene gehört. Ein gestörter, ein kaputter, ein faszinierender Besitzer von Dachschäden aus Familienbesitz, den die Welt so schon tausendmal gesehen hat, den WIR als Leser aber nicht aus den Augen lassen können oder wollen.

Weil wir die Wollnys und den „HALT! STOP! WARTE…“-Typen oder oder oder… Ja auch nicht aus den Glubschern lassen können und auch gar nicht wollen. Oder zumindest allejene von uns, bei denen ebenfalls irgendetwas fehlt, im Oberstübchen, im Charakter oder im Selbstwertgefühl.

RAZORHEAD, wir lieben dich. Aber bitte, wir hoffen dass du für deine Taten, für das was du bist, eines Tages, eines baldigen Tages, einfach in der Scheiße, in der braunen, stinkenden Brühe, inwelche du manchmal aus völligem Wahn, weil du den gesamten Wahnsinn Berlins in dir vereinst, wieder mal hineingesprungen bist, einfach ersäufst.




Du krankes, kaputtes, naives Stück Menschenmüll.







Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen – Mögest du ewig leben.





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Oskar Roehler

„Mein Leben als Affenarsch“


Taschenbuch

ullstein


Ersterscheinung 2015

Preis: 10,00€


PERSÖNLICHE NOTE: 1-

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Letzte abgefuckte Szene


Cayman hat sich den einen der beiden Stühle, der noch intakt ist, ein Stück entfernt von der demolierten Bühne aufgestellt, sitzt nun darauf, mit elegant übereinandergeschlagenenen Beinen und lächelt seriös…


Dann sagt er: „Meine Damen und Herren! Dies war die definitiv letzte Literaturkritik aus dem Jahre zweitausendundeinundzwanzig. Aber keine Sorge, auch zweitausendundzweiundzwanzig, da geht es natürlich munter weiter. Wie immer nicht einmal im geringsten daran interessiert, was gerade heißer Scheiß ist, auf dem Büchermarkt, sondern immer so, wie es uns gerade gefällt!“

Im Hintergrund derweil, da randaliert „FICKFRESSE“ vollkommen von allen Sinnen einfach laut pöbelnd, schnaufend, sabbernd, kreischend, brüllend, grunzend und laut furzend weiter…

Cayman aber, lässt sich nicht stören und sagt: „Und auch wenn ein gesundes Maße politische Korrektheit immer auch zum zivilisatorischen, zum guten Ton gehört… Das exakte Gegenteil jedoch kann ebenfalls nicht schaden. Und wenn es nur als reine, plakative Warnung zu verstehen ist. Was bei all den Harzvier-Sendungen ja an sich als Grundbotschaft auch immer der Fall ist: Willst du, wollt ihr so werden, so enden, bei solchen Leuten als Nachbarn leben wie die da im Fernsehen? Oder wollt ihr brave, kleine, fleißige Arbeiterameisen sein und schaffe, schaffe, Häusle baue? Denn das soziale Netz, es ist eine Bühne auf dem die Schwächsten der Schwachen, die die Pech hatten im Leben und alle jene, die sich nicht einfügen können oder wollen, nichts zu suchen haben. Es sein denn, man benötigt sie, zur Abschreckung. Als Freakshow, mit all ihren teils verstörenden Verhaltensweisen…“


Da wirft der Kameramann ein: „Ähäm….. Bitte denk dran… Kein Moralaposteln! Gute Vorsätze und so. Will eh keiner hören!“


Da merkt Cayman auf: „Ach ja! Stimmt, da war ja was… Ahahah! Nun gut. Denn wie bereits gesagt… Literatur, Kunst, MEINUNGSFREIHEIT muss auch, sollte auch, unter anderem, rau, brutal und aufpeitschend, verstörend und triggernd sein. Jede Kunstform sollte dies sein, wenn auch der Kontext dazu natürlich passend sein muss, damit es eine Begründung hat. Wenn wir dies jedoch wegnehmen und alles einfach glattbügeln, aus Angst, aus falscher, politischer Aktion oder aus der erpresserischen Gewalt einer wirren Minderheit heraus, welche die Welt in einer rosa Seifenblase ohne Vergangenheit sehen will, die ausblenden will, was einmal war, was immer noch ist und auch immer sein wird, ja dann ist dies keine Kunst mehr, was wir dort erschaffen. Provokation, im richtigen Maße, Grenzüberschreitungen im richtigen Kontext und in der Einhaltung sehr bewusster, allgemeingültiger Regeln, sie gehören dazu, zu einer streitbaren, lebendigen, gesunden, zu einer freien Gesellschaft! Dies gilt nicht nur für den politischen Diskurs, sondern eben auch für die Kunst in allen Formen. Somit natürlich auch für die Literatur. Literatur sollte so frei wie möglich sein, als perfektenfalls Nährboden für eine diskutierende, streitende, sich ihrer vergangenen, gegenwärtigen und vielleicht auch zukünftigen Ecken, Macken, Problemen und Abgründen bewussten Gesellschaft! Literatur sollte frei sein, so frei wie machbar. Und nicht der Sklave einer Angst, einer aktuellen Weltsicht, einem Trend oder dem Befehlsgeschrei, den Wutlauten einiger weniger oder gleich von fehlgeleiteten Regierungen und Diktatoren. Literatur ist ALLES, IMMER und ÜBERALL. Sofern sie keine gültigen Grundgesetze überschreitet, sofern die kontextuelle Grundlage stimmt und passt!“


Dann schweigt Cayman und senkt den Kopf…


Auch hinter ihm ist es ruhig geworden…


Dann ruft der Kameramann: „Hey Fickfresse! Du kannst dann jetzt! Wir brauchen noch nen Rausschmeißer!“


Daraufhin hört man, wie der Angesprochene Anlauf nimmt und dabei laut, immer lauter aufschreit…


Dann sieht man, wie Fickfresse nackt, nur noch mit seinen stachelverzierten Springerstiefeln bekleidet auf die demolierte Bühne zurennt, das Gesicht von Wut und Wahnsinn verzerrt, die Augen starr und entschlossen auf das Ziel gerichtet…


Als er die Bühne fast erreicht hat, da schreit er noch einmal aus voller Seele auf, entlässt er den aufgestauten Zorn aller Lebewesen der Erdgeschichte…


Dann donnert er mit dem Schädel voran gegen die massive Betonwand in der Mitte…

Prallt seitlich ab…

Quietscht einmal laut…

Und flatscht auf den Boden wie ein patschnasses Handtuch…


Kurz blicken Cayman und der Kameramann auf die Szene, vor allem auf den großen, roten Fleck an der Wand…


Dann aber wendet sich Cayman wieder dem Publikum zu und lächelt erneut wie ein Nachrichtensprecher: „Meine Damen und Herren und Personen aller Geschlechtsmerkmale oder auch nicht, wie immer Sie möchten… Das war der Beitrag! Ich hoffe, dieser hat Ihnen irgendwie gefallen!“


Daraufhin streckt der Kameramann den Zeigefinger in Richtung Bühne und frohlockt: „Aha! Da! Siehste! Er lebt noch! Das rechte Bein zuckt! Also alles gut“


Cayman lächelt und sagt erfreut: „Oh! Na das ist schön, dann brauchen wir die Kühltruhe wohl doch nicht!“


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